Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)
haft ist an beiden Seiten der Processus mastoideus (diploetischer Typ von Zuckerkandl ).Der Unterkiefer ist in diesem Falle ebenfalls dick und lässt darauf schliessen, dass Akromegalie von gewissem Grade vorliegt. Der Schädel des Skjletts aus dem Grab Nr. 1^4 (Inv.-Nr. 12379; 5 58-62 Jahre alt) steigt ebenfalls über die normale Variation und fällt durch die aussergewöhnlich verdickten Schädelknochen, vorneh .lieh auf der Schädelbasis auf. Diesen Schädel haben wir eben seines erwähnten Charakteristikums wegen in die taxonomische Bewertung nicht einbezogen. Die Ergebnisse der Untersuchung der pathologischen Fälle sind zusammengefasst im folgenden festzustellen. - Bei 53 Individuen erwachsenen Alters der Population des Gräberfeldea waren 73 pathologische Veränderungen fes zustelle i, die 9 verschiedenen pathologischen Erscheinungen angehörten. An 37 der 55 Individuen war eine pathologische Erscheinung '35.5 /ä),an 15 Individuen waren zwei pathologische Erscheinungen (12,5 %) und schliesslich an 3 Individuen drei pathologische Erscheinungen bzw. -"le^erlei Lrkranknngen zu beobachten (1,9 %, 0,9 %). T M Hinblick auf die Schwere der Veränderungen sind untei Berücksichtigung der Gesamtzahl der Erwachsenen als „schwer" 5 f zu bezeichnen (dies beläuft sich im Verhältnis der Zahl der Erkrankten auf 7,5 %). Die Proportion der „massigen" pathologischen Erscheinungen beträgt im Vergleich zu sämtlichen Erwachseneu 7,6 %\ dieses Verhältnis entspricht 15,0 % der mit. pathology seht -\ Veränderungen jehafteten. Die schweren Erkrankungen traten in höherem Verhältnis bei den Frauen ir Erscheinung vor, die massigen sind indessen in grösserer Häufigkeit bei den Männern zu verzeichnen. Abschliessend sei noch bemerkt, dasb der Gesundheitszustand der Bevölkerung von Fonyód im 14-15.Jahrhundert Ii Hinblick auf das Verhältnis der auf den Skelettk..ochen wahrnehmbaren Erkrankungen nicht ungünstiger als der der anderen Populationen in Ungnrn im gleichen AI iei war (Tab. 25). Der Urständ hingegen,dass sich innerhalb der Population zwei charakteristische und pathologirche Schädelformen und zwei besonders eigenartige Schädelwandverdickungen (Akromegalie? ) zeigen, lässt au" eine gewisse genetisch degenerative Latenz in der Population schliessen. Tabelle 23. Verteilung der wichtigsten pathologischen Veränderungen in de Population von zwei Gräberfeldern aus d^m 14-16.Jh. Pathologische Veränderung Mohács-Csele (95 Frwachsenen) N % Fonyód (104 erwachsenen) N % Spondylose + Spoudylarthrose Arthrosis deformans Status post fracturam 7 7,3 9 9,4 4 4,2 43 4,1 6 5,7 7 6,7 PALÄOSTOMATOLOGIE Zur paläostomntologischen Untersuchung der bei den Grabungen /on Fonyód freigelegten Skelette waren 40 Scrädel von Kindern und 90 von Erwachsenen geeignet, uie Ergebnisse solcher Untersuchungen sind für di- Forscher der Ätiologie der Zah krankheiten - insbesondere der Zabnkaries - von grossem .;ert. uie Untersuchungen liefern Angaben über die Zahnkrankheiten des Menschen aus längstvergangener Leit wie auch über ihre Häufigkeit. Das Studium des Zusammenhanges zwischen der Verbreitung der Zahnkrankneiten und der ändernden Lebensverhältnisse (Ernährung, soziale und kulturelle Verhältnisse usw.) ist in der Bewertung der ätiologischen Faktoren recht lehrreich Die paläostoraatologischen Untersuchungen geben