Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
57 entgegen und traf seine lezten Verfügungen. Er starb in demselben Jahre, 973, zu Memleben in Sachsen, wo ihn, nach einer Regierung von 38 Jahren, einst um Mitternacht, als er eben mit mehrern Aszeten zum Lobe Gottes versammelt war, der Schlag rührte. Wahlspruch: Aut mors, aut vita decora. 13. Otto II., Sohn Otto des Großen. Unter seiner nur zehnjährigen Regierung wurde Böhmen und Polen zum Christenthume bekehrt; Gemal einer Italienerin Theufano, Tochter des griechischen Kaisers Tzimiszes, zog es ihn nach Italien, wohin ihn auch die Unruhen in Rom riefen. Hier stellte er die Ordnung auf barbarische Weise her, indem er bei einem Gastmale alle Gäste, die seine Feinde waren, ergreifen und hinrichten ließ Von Rom wandte er sich nach Unteritalien, um die Aussteuer seiner Gemalin, Neapel und Sizilien, mit Gewalt in Best; zu nehmen. Anfangs glüklich, wurde er 982 am Merresufer bei Basantella unweit Tarent von den mit den Arabern verbündeten Griechen so gänzlich geschlagen, daß nur die Schnelligkeit seines Pferdes ihn vor der Gefangenschaft rettete. Otto II. starb am 7. Dezember 983 in Folge der auf der Flucht ausgestandenen Be- schwerlichkeiten zu Rom, erst 28 Jahre alt, und wurde in der Basilika des h. Peters begraben. Wahlspruch: Pacem cum hoininibus, cum vitris bellum. 14. Otto III., minderjähriger Sohn Otto II., genannt das Wunderkind, geboren im Jahre 980, folgte seinem Vater auf dem Throne unter Vormundschaft seiner Mutter Theufano, welche ihm unter Anleitung seines Lehrers Gerbert, des größten Denkers seiner Zeit, frühzeitig eine gelehrte Erziehung beibrachte. Er ward auf dem Reichstage 983 zu Verona zum König von Italien gewählt und im Mai 996 in Rom als Kaiser gekrönt. Während seiner Minderjährigkeit eroberte der tapfere Markgraf