Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
58 Leopold I., Enkel des Babenbergers Adalbert, Mölk, den Siz des ungarischen Königs Geisa, und warf die Ungarn bis über die heutigen Grenzen Niederösterreichs zurük. Als Otto herangewachsen, zog es ihn wie seinen Vater nach Italien; er unternahm im Jahre 995 die erste Römerfahrt, und stellte die Ruhe der rebellischen Stadt her, indem er dem Anführer der Römer Creszentius verzieh; ward aber drei Jahre später 998 zur zweiten Romfahrt gegen den Rebellen Creszentius gezwungen; nahm diesen gefangen, und ließ ihn sammt seinem Ge- hülfen, dem Pabst Johann XVI, hinrichten. Statt des Leztern erhob er seinen Lehrer Gerbert unter dem Namen Sylvester II. auf den Stuhl Petri. Im Jahre 1000 erwartete man nach einer alten Profezeiung den Untergang der Welt, und Alles bereitete sich auf den jüngsten Tag, daher eine allgemeine Ruhe herrschte. Unterdessen hatte Otto seine Residenz in Rom aufgeschlagen, welches er zur Hauptstadt des Reichs zu machen beschlossen hatte. Cr starb 1002 von der schönen Wittwe des Creszentius durch ein Paar vergiftete Handschuhe umgebracht, ohne Hinterlassung von Nachkommen, im 18. Jahre feiner Regierung. Wahlspruch: Unita virtus valet. 15. Heinrich II. der Heilige, auch der Hinkende, Sohn Herzogs Heinrich von Baiern, des Zänkers, geboren am 6. Mai 972, wurde durch den Einfluß der Geistlichkeit am 6. Juni 1002 zu Mainz zum Kaiser gewählt, und am 7. gekrönt; erst dann kam er in den ruhigen Besiz des Thrones, als seine Nebenbuhler um die Kaiserwürde, Hermann von Schwaben und Ekhart von Meißen, der erste auf der Jagd ums Leben kam, der andere durch die sächsischen Grafen Nordheim umgebracht wurde. Gleich nach dem Antritte seiner Regierung entstand der Krieg gegen Polen und Böhmen, die vom Christenthume abgefallen waren; erst im Jahre 1018 unterwarfen sich die Polen in dem Frieden von Bautzen. Aber auch schon 1005 begannen die Unruhen in Italien;