Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

56 kaiserlichen Namen seine Würde, dem Reiche seine Macht zurükgab. Er bändigte die Ungarn, denen er den Tribut verweigerte und sie bei Merseburg 933 vollständig schlug. Durch ihn wurden zuerst die Turniere eingeführt, der Grund zum deutschen Bürgerstande durch Erbauung von Städten gelegt, und Grenzgrafen gegen feindliche Einfälle bestellt. Drei Jahre nach der Schlacht bei Merseburg, am 2. Juli 936, starb der edle Kaiser, angebetet und betrauert von der ganzen Christenheit, nach 17 Jahren seiner heilvollen Regierung, und liegt zu Quedlinburg in Sachsen begraben Wahlspruch: Piger od paenas, ad praemia velox. 12. Otto 1. der Große, Sohn Heinrich des Voglers, geboren im Jahre 912; von seinem Vater zum Throne erzogen, wurde er einstimmig von den Ständen des Reichs, aus überwiegender Vorliebe für seines Vaters Andenken, zum Kaiser erwählt, und mit erhöhter Feierlichkeit zu Aachen im Juli 936 mit den Insignien Karls des Großen gekrönt. Otto war zwar tapfer und klug, und wußte die vom Vater ererbte Würde mit Glanz zu behaupten; allein den von seinen Schmeichlern ihm beigelegten Namen des Großen verdiente er wenigstens nicht in dem Sinne wie sein großer Vorfahr Karl. Die Ungarn, durch die Baiern nach Deutschland berufen, schlug er am Lechfluße bei Augsburg, und vernichtete ihr ungeheueres Heer der­art, daß wenige übrig blieben, die Kunde in ihr Vater­land zu bringen, und die Ungarn sich von diesem Augen- blike hüteten, je wieder in Deutschland einzufallen Ihren gefangenen König Bulko, nebst noch vier andern unga­rischen Fürsten, ließ er am Thore von Regensburg auf­hängen. Im Jahre 961 fegte sich Otto im November in Mailand die eiserne Krone aufs Haupt, und ward am 2. Februar 962 vom Pabste Johann XII. mit großem Pompe zum römischen Kaiser gekrönt. Nach seiner Rük- kehr aus Italien im Jahre 972 nahm er im folgenden Jahre zu Quedlinburg die Huldigung aller seiner Völker

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