Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

119 Geendet hat die sturmbewegte Zeit — Entreißt ihr grollend nicht die Binde, Und ihre Schreken bete die Vergessenheit, Die Gegenwart lebt fort in ihrem Kinde! Sie sollte durch die Weltenbühne ziehn Ms eine jener seltnen Schrekgestalten, Die nah'n, wenn sich die Formen schon veralten, Wir dienen ihr, da wir sie ängstlich fliehn! Mit Blut hat nun die neue Zeit gewogen; Die Glut ist weg — der Phönix ist entflogen! Wenn bei des Winters eisig tat rem Druk Ganz regungslos die Fluren sind begraben, Wenn trauernd die 9totur schon lang genug, Die Wesen lang genug geruhet haben: Dann lenkt der Erdball in die neue Bahn, Und kreis't zur lebenstrahlend Sonne wieder, Zu lösen die vom Schlaf gelähmten Glieder —- Doch furchtbar kündet sich die Sonne an! Es zukt der Blizstrahl, der die Eichen splittert, Orkane toben, daß der Erdball zittert! Ja — nicht in ruhig gleichem Zeitenlaus Begegne er dem schönen Uebergange, Es schrekt der Schläfer sich vom Lager auf, Gerüttelt von dem großen Weltendrange! Die Meere stürmen, die der Schiffer flieht, Die Ströme, frei der eis'gen Bürde, treten, Die stille Flur verheerend, aus den Betten Und ziehn des Menschen friedlich Wirken mit! Der Berg, von Gletscherwuchten rings umhangen, Erregt des Thalbewohners ernstes Bungen! Doch zürnt der Mensch den Elementen nicht, Erwartet stets in freudigem Gefühle, Daß siegend sich der Strahl durch Nebel bricht, Die Erde prangt in jugenlicher Hülle. Da übet willig Jeder seine Kraft

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