Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

Der Blik war nur zum Feind gerichtet, Und standet ihr, die Reihen auch gelichtet, Begei st'rung wars, die euch zu Helden schuf. ES leuchten Namen jezt in Meteorenschöne, Erlaßt es mir, daß ich sie alle nenne! Zu lange wahrts, viel edles Herzblut floß, Oft matt läßt schon die Hand das Eisen sinken; Da trägt den Führer vor das schäumend Roß, Zum Feinde hin sieht man erkühnt ihn winken: „Es gilt des ti'eitern Vaterlandes Loos! „Es wird sich dieß verderblich nicht gestalten, „Wen Treu und Muth in unfern Herzen walten! „Auf, Streiter! vorwärts! zeigt euch furchtbar groß!« Drauf stiegt er hin ins feindliche Gedränge, Und Alles nach, gewekt durch solche Klänge! Und als errungen war der kühne Sieg, Da zieht der Führer zu den tapfern Schaaren, Die Wehmut spricht aus seinem Forscherblik, Das Leid, daß sie so sehr geschmolzen waren; Es springt belebt das Lager eilig auf, Den vielgeliebten Helden zu empfangen, Vegeisterung durchglüht die heißen Wangen, Und Niemand denket an den blut'gen Kauf! Er hat gewekt das große Wort: Vertrauen, Er kann nun stolz auf seine Siege bauen! Und darum fandet Ihr den Siegespreis, Denn wo die Kraft, der Muth, die Kühnheit stammen. Da greift mail sicher nach dem Lorbeerreis, Des Gegners Werk sinkt in sein Nichts zusammen. — Aufs Schlachtfeld hätte ich gewünscht die Schaar Der frechen Schwäzer, die in sichrem Raume Sich bübisch hingab einem tollen Traume, De s Edelsinns und der Erkenntniß bar; Sie hingewünscht, auf daß sie nicht vergesse Das Bild von Manneskraft und Menschengröße! — 148

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