Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

142 den deutschen Ständen, Abfall der Bundesgenossen, Treu­losigkeit der Söldner, besonders der Schweizer, welche mehrmals den größten Theil der kaiserlichen Heere aus­machten und oft vor der Schlacht zum Feinde übergin­gen; daher vielleicht das alte Sprüchwort: Point d’argent, point de suisse. Die den Fürsten unentbehrlichste Eigen­schaft: die Gerechtigkeit, — die Tugend, auf welche der Deutsche seit Jahrhunderten stolz ist: die Treue, hatte Maximilian sich zur steten Führerin ans der Bahn seines vielbewegten Lebens erwählt. Die sämmtlichen Besizungen der Habsburger wurden unter Maximilian wieder vereinigt, als Tirol und die Vorlande, nach Sigmunds Tode, dem Hauptstamme wieder zufielen, eben so nach den Erbverträgen die Görzischen Länder. Der Kaiser selbst hat seinem Hause durch das Schwert zwar nur einige Bezirke des venezianischen Ge­bietes und den Antheil an dem Baiern-Landshut'schen Erbe, aber durch friedliche Unterhandlungen, Verträge und Heiraten die Königskronen von Kastilien, Arragonien, Neapel mit Sizilien und Sardinien, Ungarn und Böh­men , so wie die Herrschaft über die burgundischen Nie­derlande und über eine so eben neu entdeckte Welt er­worben. Des Kaisers Wahlspruch war: Tene mensuram et respice finem, und per tot discrimina. (Schluß folgt.)

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