Vízügyi Közlemények, 1999 (81. évfolyam)
3. füzet - Gauzer B.-Bartha P.: Árvízi szimulációs vizsgálatok a Felső-Tiszán
388 Gauzer B.—Bartha P. Results of the analysis made in this study call the attention to the danger of the occurrence of extreme floods of the Upper Tisza river, which could result from hydrometeorological situations that are only slightly worse than those observed so far. In defning the design flood levels and thus the level of development of the flood control facilities one should consider the runoff generation processes and the conclusions which can be drawn on the basis of the computer simulation of these runoff generation processes. Vergleichende Simulationsuntersuchung der Hochwasserwellen von 1970 und 1980 an der Oberen Theiß von Dr.-Wasserbauing, Balázs GAUZER und Dipl.-Ing.Hvdr. Péter BARTHA In den vergangenen drei Jahrzehnten kam es zu zwei hochbedeutenden Hochwasserwellen an der Oberen Theiß, nämlich in den Jahren 1970 und 1988 (Bild 1). Eine Lageskizze des Gewässersystems ist in Bild 2, sein Vorhersagesystem aber in Bild 3 zu sehen. Unsere einschlägigen Untersuchungen hatten den Hauptzweck, über die Analyse der Folgen von verschiedenen, mit realen Wahrscheinlichkeiten zu erwartenden meteorologischen (Niederschlags-) und hydrologischen Szenarios einen Beitrag zur Entwicklung eines Konzeptes für die Erhöhung der zukünftigen Hochwassersicherheit zu leisten. Zur Festlegung der zu untersuchenden Szenarios wurden zunächst die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Hochwässern von 1970 und 1988 sowie deren Ursachen untersucht. Die wichtigste Ähnlichkeit zwischen den beiden Hochwasserwellen besteht darin, daß zu ihrer Auslösung jeweils eine äußerst intensive, sich jedoch auf nur einen Teil des zum Querschnitt Tokaj gehörige Einzugsgebietes der Oberen Theiß beschränkende Niederschlagstätigkeit ausreichte (Tabelle II). Während jedoch die Hochwasserwelle von 1970 größtenteils an den linksufrigen, aus Karpato-Ukraine und Siebenbürgen ankommenden Zubringer der Oberen Theiß (Viza, Iza, Szamos, Tur) zustandekam, war im Jahre 1988 die Rolle der rechtsufrigen Zubringer (Tarac, Talabor, Borzsa, Bodrog) ausschlaggebend (Tabelle III). Aus den Untersuchungen, bzw. aus den 1998 durchgeführten Abflußmessungen geht hervor, daß einige Scheiteldurchflüsse während des Hochwassers von 1970 bedeutend überschätzt wurden, was wahrscheinlich den die früher beobachteten Höchtswasserstände # ma x wesentlich überschreitenden Wasserständen bzw. der entstandenen katastrophalen Situation zuzuschreiben ist. Es kann festgestellt werden, daß die durch den Theißquerschnitt von Tiszabecs 1998 abgeflossene Wassermenge diejenige von 1970 in einem wesentlich höherem Maße übertraf, als dies aufgrund der in demselben Querschnitt beobachteten Scheitelwasserstände zu erwarten wäre. Dies ist hauptsächlich auf die inzwischen stattgefundene Vertiefung des Querschnitts und nur zum gereingeren Teil der 1998 in der Karpato-Ukraine stattgefundenen Deichbrüchen zurückzufuhren (Bild 4). Dieser bedeutende Unterschied war die Hauptursache des 1998 im Querschnitt Tivadar verzeichneten außerordentlich hohen Wasserstandes sowie auch der Tatsache, daß trotz der 1998 gespielten relativ untergeordneten Rolle des Zubringers Szamos die im Querschnitt Vásárosnamény verzeichneten Wasserstände diejenigen von 1970 übertrafen (wobei die letzteren natürlich auch durch die Dammbrüche an der Szamos grundlegend beeinflußt wurden). Zwischen den Konzentrations- bzw. Abiaufzeiten der beiden Hochwasserwellen (Bild IV) konnte aufgrund der vorliegenden Daten kein signifikanter Unterschied festgestellt werden (Bild 5). Der zweite Teil unserer Untersuchungen befaßte sich mit den Auswirkungen verschiedener hypothetischer meteorologischer und hydrologischer Szenarios (Bilder 6 und 7). Die daraus gezogenen wichtigsten Folgerungen sind die folgenden: