Vízügyi Közlemények, 1999 (81. évfolyam)

2. füzet - Zellei L.-Sziebert J.-Csonki I.-Kaszab G.: A Sió vízszállító képessége

274 Zell ei L.Sziebert J.-Csonki I .-Kaszab G. serregulierung. Eine genaue Ermittlung der vom jeweiligen Zustand (Verwachsund, Verlandung) ab­hängigen Kapazitäten der Anlagen soll, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Zweckbestimmung, durchgeführt werden, um die Planung ihres Betriebes bzw. ihrer Instandhaltung, unter Verschonung der natürlichen Vegetation und unter Anwendung naturfreundlicher technischer Lösungen, zu er­möglichen. Der Bestimmung der Hochwasserabfuhrkapazität des Sió-Kanals kommt eine besondere Be­deutung zu, weil Interesse der Wasserbeschaifenheit des vom Kanal entwässerten Balaton-Sees eine möglichst hohe Wasserstandshaltung im letzteren erwünscht ist. Wasserhaushalts-Untersuchungen und Betriebserfahrungen wiesen darauf hin, daß im Frühling ein hoher Seewasserstand nur dann schadenlos gehalten werden kann, wenn eine Ablaßkapazität von 80 m 3 s 1 der Schleuse von Siófok gewährleistet ist. Die während 1996 und züm Frühjahr 1997 statgefundenen Ablässe von 69-71 m 3s 1 wiesen daraufhin, daß dieser Wert in der Nähe der maximalen Wasserführungskapazität des Sió-Ka­nals lag. Das beste Mittel für die Verfolgung und Kontrolle der hydraulischen Leistungsfähigkeit eines Gewässerbettes ist die anhand serialer Wasserstands- und Abflußmessungen ermittelte Schlüsselkur­ve. Entlang des über 120 km langen Laufes des Sió-Kanals (Bild 1) steht nur im Querschnitt Simon­tornya eine zuverlässige Schlüsselkurve zur Verfugung. Die Aufwendigkeit der Erstellung der benö­tigten Meßreihen ermöglicht jedoch auch hier keine — im Planungsmaßstab von Betrieb und Instandhaltung verwertbare — Verfolgung der Kanalbettveränderungen, insbesondere der durch Ver­wachsung bedingten Schwankungen seiner Wasserführungskapazität. Ähnlicherweise eignet sie sich kaum zur Bestimmung der zwischen entfernten Pegelquerschnitten entstehenden Wasserfläche. Die Grundlage für die Berechnung bildet ein Rechnermodell für die quasipermanente, eindi­mensionale Simulation der im Gewässerbett stattfindenden Wasserbewegung (Bild 1). Bei den Be­rechnungen wurde eine reale Flußbettgeometrische Datenbasis, mit einer sowohl abschnittsweise wie auch innerhalb des Querschnittes veränderlichen Rauhigkeit, verwendet. Die Bettveränderun­gen wurden anhand verschiedener stattgefündenes Bettvermessungen unterschiedlicher Zuverlässig­keit berücksichtigt, indem bei Ermangelung von Vermessungsdaten die Daten der Planungsquersch­nitte (Bild 2) herangezogen wurden. Zur Anpassung des Modells wurden die Ergebnisse der im März und November 1988 durchgeführten Abflußmessungen (Bild 3) verwendet. Während des im Novem­ber erfolgten Wasserablasses wurde auch das Gefälle der Wasseroberfläche gemessen. Die Berechnungsstrecken des Modells wurden auf der Veränderung der Rauhigkeitsbeiwerte basierend abgegrenzt. Die errechneten Manning'schen Rauhigkeitsbeiwerte (Tabelle I) zeigten we­der mit den Bettstrecken, noch mit den Wassertiefen eine signifikante Beziehung. So wurden, in­nerhalb des charakteristischen Bereiches dieser Beiwerte, die drei Werte n=0,035,=0,040 und 0,045 [sm"' / 3] angesetzt. Ebenfalls willkürlich wurden für die Modellierung die drei Abflußwerte Q=32,=44 und=56 [m 3 s" 1] gewählt (Bild 6). Die mit den drei Rauhigkeitsbeiwerten für die drei über Schlüsselkurven verfügenden Querschnitte — Siójut ausgebaut (Bild 7), Simontornya ausgebaut (Bild 8) und Pálfa unausgebaut (Bild 9) — und die drei ausgewählten Kalibrationsabflüsse ermittelten Ergebnisse jeweils wurden mit der vorliegenden Schlüsselkurve verglichen. Aus den Bildern geht hervor, daß eine Anpassung nur abschnittsweise und nur in bestimmten Abflußbereichen erzielt werden konnte. Bei den Be­rechnungen wurde der die beste Anpassung liefernde, abschnittsweise veränderliche Rauhigkeits­beiwert verwendet (Bild 10). Die Hochwasserführungskapazität des Sió-Kanals wurde in zwei Varianten simuliert. Als Einspeise­Grenzbedingungen wurden die durch die Schleuse von Siófok abgelassenen Abflüsse ß]=32, Qj^O, 03=50, ö 4=60, 05=70 und (/=80 m 3 s" 1 berücksichtigt. Die beiden Varianten unterscheiden sich vone­inander im Hinblick auf die berücksichtigten Zuflüsse der beiden bedeutenderen Zubringern des Sió-Ka­nals (Kis-Koppány, Kapos). Die Rauhigkeit des Kanalbettes wurde nach Bild 10 berücksichtigt. Im Falle der Variante Nr. 1. wurden die permanenten allmählich veränderlichen Zustände der durch die Schleuse von Siófok abgelassenen Abflüsse untersucht. Dabei wurden die Zuflüsse der Nebengewässer mit Q= 2 m 3 s­1 (Kis-Koppány) und <2= 10 m 3 s _ 1 (Kapos) berücksichtigt (Bild 11).

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