Vízügyi Közlemények, 1980 (62. évfolyam)
3. füzet - Szesztay Károly: A vízgazdálkodás vízháztartási adottságai Magyarországon
A vízgazdálkodás vízháztartási adottságai 3(369 values. A much better understanding of the water budget processes of the country, further of the impacts of human measures continuously modifying their development is considered essential. To attain this objective the activities of hydrological data collecting and research must be perfected with due regard to the characteristics of the water budget processes and the requirements of water management (Fig. 7). * * * Wasserhauslialtsbediiigiincjeii der Wasserwirtschaft in Ungarn von Dr.-Ing. Károly Szesztay Doktor der technischen Wissenschaften Die wichtigsten wasserhaushaltliche Eigenschaften Ungarns ergeben sich aus dem Beckencharakter des Landes (Bild 1.). Dem Saldo von 58 - 52 = 6 km 3 des „vertikalen" Wasserumsatzes von Niederschlag und Verdunstung entspricht auf diesem Bild ein Saldo von 120—114 = 6 km 3 des „horizontalen" Wasserumsatzes von einund austretenden Gewässern des Landes. Dies ist jedoch keine physikalische Notwendigkeit, sondern vielmehr eine durch die heutigen Kenntnisse erlaubte Annäherung. Der sich ständig erneuernde Wasservorrat des Landes wird durch die Summe von 58+ 114 = 172 km 3/Jahr des Niederschlages und der Zuflüsse begrenzt. Das Mass der Aridität, d. h. des Verhältnisses zwischen Verdunstungspotenzial und langjährigem mittleren Niederschlag variiert im Karpatenbecken zwischen sehr weiten Grenzen (Bilder 2. und 3.). Der klimatische Wasserüberschuss von etwa 114 km 3 des Beckenrandgebietes überbietet mehrfach das durchschnittliche Verdunstungsdefizit von etwa 9 km 3 des Beckeninneren. Die Prozesse des Wasserhaushalts stehen nicht nur mit der Radiations- und Wärmebilanz, sondern auch mit den übrigen physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen des Terrains in engster Verbindung (Bild 4.). Die sich in den physikalischen und ökologischen Prozessen des Terrains ausgebildete Lage kann durch Veränderungen der lokalen Faktoren verhältnismässig rasch ihrem anfänglichen Gleichgewichts- oder Fast-Gleichgewichtszustand einbiissen. Die Gestaltung einer neuen Gleichgewichtslage ist jedoch immer ein äusserst langsamer Prozess, der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang dauern kann. In der Gestaltung der Auswirkungen der den Wasserhaushalt modifizierenden menschlichen Eingriffe spielen die bodenphysikalischen Gegebenheiten, es sei mittelbar oder unrnittelber, immer eine entscheidende Rolle. Mass und Tendenz der in der Wasserhaushaltsfaktoren erkennbaren Auswirkung werden durch gemeinsame oder entgegensetzte Veränderungen der Infiltrations- und Wasserhaltungsfähigkeit bestimmt (Bild S.). Bild в. ist eine Skizze über die im Wasserhaushalt gespielte Rolle der relativen Grösse von Waldbedeckung und Überflutung, die beide die Verdunstung der Flachlandgebiete des Karpatenbeckens wesentlich beeinflussen. Die kombinativen Gleichgewichtsverhältnisse von Waldbedeckung und Überflutung werden durch die Geraden „ei" und „e 2" jeweils für die Periode vor und nach den im XVIII. und XIX. Jahrhundert durchgeführten grossräumigen Entwässerungs- und Hocliwasserschutzmassnahmen dargestellt. Obige Charakterisierung der Wasserhaushaltsbedingungen des Landes kann auch in Beziehung auf die mehrjährigen Durchschnittswerte nur als eine Orientierungsskizze betrachtet werden. Man sollte wesentlich mehr über die Wasserhaushaltsprozesse bzw. über die ihre Gestaltung kontinuierlich beeinflussenden menschlichen Eingriffe wissen. Dazu ist aber eine den Eigenschaften der Wasserhaushaltsprozesse und dem Anspruch der Wasserwirtschaft angepasste Entwicklung der hydrologischen Datensammlung und Forschung nötig (Bild 7). 3 Vízügyi Közlemények