Vízügyi Közlemények, 1969 (51. évfolyam)

4. füzet - Rövidebb közlemények és beszámolók

(79) GRUNDSÄTZE DER ZEITGEMÄSSEN KANALISIERUNG Von S. Jakab (Der ungarische Text befindet sich auf Seite 321) Die Industrialisierung in den letzten 20 Jahren wurde von einer bedeutenden Beschleunigung der städtischen Entwicklung begleitet. Um der ungesunden Zu­wanderung nach Budapest entgegenzuwirken, ist die Regierung bestrebt, Industrie­zentren in anderen Teilen des Landes zu entwickeln, was mit einem Aufschwung anderer Städte verbunden ist. Zur Zeit wohnen 40% der Bevölkerung in Städten, wovon mehr als die Hälfte in Grosstädten, mit mehr als 100 ООО Einwohnern. Zur Behebung des Wohnungsmangels ist im 15 jährigen Entwicklungsplan der Bau von 1.5 Millionen neuen Wohnungen vorgesehen, die zum grossen Teil durch kommunale Anlagen versorgt werden. Diese bedeutenden Ziele könnten ohne einer Erweiterung der bestehenden Ka­nalnetze, bzw. ohne den Aufbau neuer Kanalisationsanlagen nicht verwirklicht wer­den. Nach Angaben vom Jahr 1960 waren 22% der Bevölkerung an einem Kanalisations­netz angebunden. Dieser Prozentsatz stieg bis 1965 auf 24% an, wobei die Gesamt­länge der Kanalisierungen4900 km und die dadurch bediente Bevölkerung 2,5 Millio­nen betrug. Im Vergleich zum durchschnittlichen Weltniveau war die Versorgung in 1960 60%-ig in Ungarn. Im Rahmen einer 20 jährigen Entwicklung zwischen 1966 und 1985 wurde das Erreichen dieses Durchschnittes vom Ungarischen Landesaus­schuss für Technische Entwicklung als Ziel gesetzt. Dementsprechend müssen in den kommenden 20 Jahren neue Kanäle in einer Länge von rund 31 000 km gebaut werden. Die Kanalnetze werden zum grössten Teil als Trennsysteme ausgebaut. Das Entwicklungsprogramm stellt auch für die Planung schwierige Aufgaben und zwingt sie zur Revision vieler „klassischer" Pla­nungs- und Entwurfsrichtlinien. Wegen dem Flachlandcharakter des Landes und wegen den ungüstigen Bodenverhältnissen (Sand, P'einsand) sowohl wegen dem hohen und in der Regel agressiven Grundwasser musste aus Gründen der Investitions­politik das Prinzip des wirtschaftlichen Betriebes der Kanalnetze (mit wenigen He­bewerken) aufgegeben werden und eine Reihe von Pumpenstationen musste zwi­schengeschaltet werden. Dadurch konnte bei einem minimalen Gefälle vermieden werden, dass die Kanäle tiefer als 3.5 bis 4.0 m gebaut werden müssten. Im Zusammenhang mit dem 20 jährigen Entwicklungsprogramm muss auch die Wahl des geeigneten Kanalisationssystems getroffen werden. In Anbetracht der vorherrschenden Verhältnisse wurde das Trennsystem bevorzugt was durch folgende Überlegungen begründet werden kann: 1. In der ersten Ausbaustufe können die Abwasserkanäle gebaut werden, 2. Die Investitionen für die erste Aufbaustufe bleiben bedeutend unter jenen eines Mischsystems, 3. Die Aufteilung der Investitionen in mehrere Stufen ermöglicht deren wirk­samere Nutzung, 4. Mit einem Trennsystem lassen sich eventuelle Abweichungen von den vorge­sehenen Siedlungsplänen elastischer folgen, 5. Die Gefährdung der Vorfluter ist geringer, 6. Die Beseitigung des Regenwassers lässt sich ebenfalls in mehreren Stufen durchführen (z.B. in der ersten Stufe können bescheidenere offene Gräben gebaut werden), und dadurch kann das Regenwassernetz besser den Bedingungen des Sied­lungsbaues angepasst werden, 7. Die geringere Abwassermenge gestattet eine mehrmalige Hebung des Ab­wassers, wodurch die Notwendigkeit einer tiefen Verlegung der Kanalrohre vermie­den werden kann, 8. Schliesslich werden dadurch die Grundlagen für eine regionale Abwasser­beseitigung- und -behandlung geschaffen.

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