Vízügyi Közlemények, 1969 (51. évfolyam)

4. füzet - Rövidebb közlemények és beszámolók

(78) Für Industriebetriebe bestellt die Möglichkeit zur Verringerung ihres Wasserver­brauches durch die Einführung fortschrittlicher Kühlverfahren mit Rezirkulation, wodurch auch die Abwassermengen verringert werden können. Wasser von Trink­wasserqualität sollte grundsätzlich nur den Haushalten zugeleitet werden. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit für den Ausbau paralleler Versorgnungsnetze. Binnen gewissen Grenzen der Wirtschaftlichkeit kann auch die Rückgewinnung der Schmutz­stoffe Teillösungen bedeuten, aber letzten Endes muss die Abwasserbehandlung für die Entfernung der Schmutzstoffe aus den Abwässern Sorge tragen. Da in abseh­barer Zukunft wegen der steigenden Abwasserbelastung der Wirkungsgrad der Rei­nigung höchstens 95% erreichen wird, müssen in der Technologie der Abwasserreini­gung umwälzende Veränderungen eingeführt werden. Nach den zur Verfügung ste­henden Angaben erreichen die Kosten der vollkommenen Reinigung etwa 0,15 U.S. Dollar pro m 3 Abwasser, wovon Dreiviertel auf die Steigerung des Wirkungsgrades über 90% hinaus entfallen. Die sog. vollkommene Reinigung stellt trotzdem eine konkurrenzfähige Alternative zum entsalzten, und von grossen Entfernungen her­angeführten Meerwasser dar. In Ungarn wird der Ausbau und der automatisierte Betrieb der Reinigungsanlagen eine in nächster Zukunft zu lösende Aufgabe. In vielen Fällen kann die Notwendigkeit bestehen, das auf herkömmliche Weise (bis zu 85 — 90%) gereinigte Abwasser vorübergehend zu speichern, oder dem Grund­wasser zuzuführen, solange der Vorfluter Niedrigwasser führt. Die bisherige, aus­schliesslich auf die Bewässerung beschränkte Auffassung über die Abwasserbeseitigung muss überprüft werden und die technisch-wirtschaftlichen Kennwerte der Grund­wasseranreicherung und der negativen Brunnen müssen einer eingehenden Studie unterzogen werden. Die Wahl unter den möglichen Lösungen, d.h., die Suche nach einem wirtschaft­lichen Optimum wird grundsätzlich nur durch zentrale Wasserschutzmassnahmen, durch für ein gegebenes Gebiet organisierte Qualilätsregelung ermöglicht. Der erste und wichtigste Schritt in dieser Richtung, der in Ungarn praktisch getan ist, besteht in der Einordnung der Wasserläufe in Güteklassen und in der Einführung der sog. Flussgrenzwerte. Die Richtlinien nach denen die ausführliche Regelung nach Ge­bietseinheiten verwirklicht werden muss, sind im Ungarischen Nationalen Rahmen­plan der Wasserwirtschaft und in umfassenden Studien über Wassertransport und Kanalisation festgelegt. In Teil III werden die methodologischen Fragen angeschnitten, die die wissen­schaftlichen Grundlagen der Qualitätsregelung bilden. Als Beispiel wird die Ermitt­lung der Belastbarkeit der Vorfluter, und auf dieser Grundlage die Bestimmung des geforderten Wirkungsgrades der betroffenen Reinigunsanlagen erwähnt. Die ange­führte technisch-wirtschaftliche Organisation gehört zu den modernsten dieser Art und wurde z.Z. nur von wenigen Wasserwirtschaftsorganisationen auf internationaler Ebene eingeführt. Die auf eigene Verhältnisse angepasste Übernahme der modern­sten Verfahren ist anzustreben. Die Vorfluter (Wasserläufe, aber auch Seen und Weltmeere) können als natür­liche Reinigungsanlagen gegebener Kapazität angesehen werden. Der erste und zu­gleich wesentlichste Vorgang in diesem Reinigungsablauf besteht aus einer Verdün­nung. Die damit verbundenen Diffusions-und Verdünnungsvorgänge müssen in ihren Gesetzmässigkeiten in nächster Zukunft eingehend erforscht werden. Zahlreiche Forschungsaufgaben bietet jedoch die gründlichere Klärung und Modellierung der biochemischen Vorgänge, die dieser Verdünnung folgen. Nach der „Sauerstoff­Beutel"-Auffassung von Streeter und Phelps besteht in Wasserläufen eine Wechselwir­kung zwischen dem Sauerstoffgehalt des Wassers und den abbaufähigen Schmutz­stoffen (Sauerstoffverbrauch). Die Regelung der Wasserqualität, d.h., die Bestim­mung der Flussgrenzwerte bedeutet eine Begrenzung der Belastbarkeit auch hin­sichtlich anderer Komponente der Wasserqualität, weshalb die Zusammenhänge zwischen dem Durchfluss und der Qualitätskennwerte geklärt werden mussten. Das Verhältnis des somit gewonnenen „massgebenden" Wertes und des auf empi­rischem Weg bestimmten Grenzwertes ist kennzeichnend für die zulässige Belastung durch die betreffenden Komponente. Abschliessend wird die Ermittlung des optima­len Reinigungsgrades für Reinigungsanlagen mit Hilfe der „linearen Programmie­rung" vorgeführt.

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