Vízügyi Közlemények, 1954 (36. évfolyam)
2. szám - XV. Szilágyi József: Az Erzsébet-híd roncsainak hatása a mederalakulásra
(69) ÜBER DIE WASSERREGELUNGSARBEITEN UNGARNS Von .7. Pichler (Siehe Seite 451 bis 466 des ungarischen Textes) 627.5 (439.1) Die Grosse Ungarische Tiefebene beherrschte auch noch im XVIII. Jahrhundert eine weitausgebreitete, von den Frühjahrshochwässern der Flüsse gespeiste Sumpfwelt. Zur Behebung der Wasserschäden wurden einesteils die Flussläufe durch Durchstiche gekürzt, andernteils Deiche errichtet. Bei der Donau waren die Durchstiche deshalb nötig, weil die sich in den scharfen Krümmungen bildenden Eisstösse schwere Hochwasserschäden verursachten. Bei der Tisza und deren tiefländischen Nebenflüssen, welche ein ausserordentlich geringes Gefälle (2 — 5 cm/km) aufweisen, war die Beschleunigung des Ablaufes der Hochwässer das Hauptziel. Deshalb wurde die Tieflandstrecke der Tisza durch 112 Durchstiche von 1213 km auf 760 km gekürzt, in Folge dessen die Dauer der Frühjahrhochwässer sich bei Szeged von 5 — 6 Monaten auf 8—10 Wochen verkürzte. Zum Schutze des Überschwemmungsgebietes von rund 2,2 Millionen Hektar wurden mit mehr als 200 Millionen m 3 Erdarbeit Deiche mit einer Gesamtlänge von 3800 km erbaut. Diese Arbeiten ergänzte das zur Entwässerung von rd. 1,1 Millionen Hektaren Sumpfgebiet und zur künstlichen Ableitung der überschüssigen Niederschlagswässer errichtete Kanalnetz von 25 Tausend km Länge, mit 195 Hebewerken (29 000 inst. Pferdekräfte, 326 m 3/sk Wasserförderung) und zahlreichen anderen Objekten. Die gewaltigen Wasserregelungsarbeiten, deren besonders der die Ableitung der schädlichen Wässer dienende Teil auf die letzten 75 Jahre entfiel, berühren den 1f l Teil des Landes, bzw. den 1/3 Teil der bewirtschafteten Fläche. Die einst nur spärlich bewohnten Landstriche bevölkerten sich, ein dichtes Eisenbahn- und Strassennetz wurde erbaut, die Malaria erlosch und heute lebt fast die Hälfte der Landesbevölkerung auf entwässertem Gebiet. Im Laufe der letzten 10 Jahre waren einesteils die Beseitigung der beträchtlichen Schädigungen, welche der II. Weltkrieg verursachte, andernteils die Verstärkung der Deiche, die Erweiterung des Kanalnetzes und die Steigerung der Pumpenkapazität die Hauptaufgaben. Die Wasserregelungsarbeiten können natürlich nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Die Weiterentwicklung fordern folgende Beweggründe : 1. Die grosse wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Inundationsgebiete und die dortigen Investitionen verlangen gegenüber Wasserschädigungen gesteigerte Sicherheit. 2. Die zwischen Deiche gefassten Hochwässer hoben sich, mit dem Anwuchs der Dichte des Kanalnetzes beschleunigte sich der Abfluss und steigerte sich die Spitzenbelastung der Kanäle. 3. Im Laufe der letzten anderthalb Jahrzehnte wiederholten sich die aussergewöhnlichen Hochwässer und Binnenwasserüberschwemmungen häufiger. Als wichtigste Aufgaben bezeichnet der Verfasser die folgenden : 1. Am Gebiete des Hochwasserschutzes. Verstärkung der Schutzdeiche, einesteils durch Erhöhung um mindestens 1 m über den bisher beobachteten Höchstwasserstand, anderteils auf Strecken mit schlechtem Untergrund, zur Verhütung von Grundbrüchen, durch Qualmdeiche, ferner nach Möglichkeit Verbesserung der Strecken mit unrichtiger Linienführung. Regulierung der zur Eisstossbildung geeigneten, entarteten Fluszstrecken, Verhütung, bzw. Minderung der Sohlenhebung (1 cm/Jahr) auf der Oberen Donau. Teilweise Beforstung des Vorlandes der Deiche zum Schutz gegen Wellenschlag. 2. Steigerung der Wirksamkeit des Hochwasserschutzdienstes durch gesteigerte Inanspruchnahme der Flugzeuge (Aufklärung, Materialtransport), durch Verstärkung des motorisierten Bereitschaftsdienstes, (leichte pneumatische Spundbohlenrammen, mobile Stromerzeuger, bzw. Beleuchtungseinrichtungen) und Vervollkommnung der Vorhersage. 3. Am Gebiete des Binnenwasserschutznetzes : Vergrösserung der Entwässerungskapazität auf das doppelte der jetzigen 20,4 1/sk. km 2, zugleich ei höhte Speicherung der Winterniederschläge ; Mechanisierung der Instandhaltung des Kanalnetzes, durch