O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Verzwergter Belgischer Riese – ein Kaninchen-Inzuchtstamm 67-77. o.

teigrossen Hauskaninchen von ähnlichem Körpergewicht (3,8 -3,9 kg). Auch im späteren Verlauf der immer mehr fortschreitenden Inzucht nahm das Hirn­gewicht unserer Tiere viel langsamer ab als die Körpergrösse und das Ge­wicht der erwähnten Stoffwechselorgane. Trotzdem, dass Körpergewicht und -masse schon bei einem Inzuchtkoeffizient von 37,5% auf die für andere mit­telgrosse Inzuchtstämme bezeichnenden Werte herabgesunken waren, tritt ei­ne raschere Abnahme des Hirngewichtes erst nach dem Erreichen eines In­zuchtkoeffizienten von 60% ein (Abb. 5.). Bei diesen Tieren fielen schon die Hirngewichte in Schwankungsbereich des Hirngewichtes, das für unsere ande­ren mittelgrossen Inzuchtstämme, aber auch für die meisten randomgezüch­teten mittelgrossen Hauskaninchen bezeichnend ist. Augengewicht. Obwohl die beiden Ausgangstiere merklich grössere Augen hatten als die üblichen mittelgrossen Hauskaninchen von ähnlichem Körpergewicht, trat schon in den nächstfolgenden Generationen eine rasche Abnahme des Augengewichtes auf. Tiere mit einem Inzuchtkoeffizient von 37, 5% besassen schon kaum etwas grössere Augen als Kaninchen von anderen Inzuchtstämmen. Als aber in der Mitte der 60er Jahre mit einer planmässi­gen Zucht auf SN Blutgruppen-Faktoren heterozygoten begonnen wurde (siehe oben), erfolgte eine rasche Zunahme des Augengewichtes (Abb. 5. ). Mit dem Aufhören dieser Zuchtbestrebungen sank auch das Augengewicht rasch herab. Nebennierengewicht. Völlig ausgewachsene Riesenkaninchen besitzen grosse Nebenniere, die auch im Verhältnis zum Körpergewicht nicht hinter dem Nebennierengewicht der mittelgrossen Rassen zurückbleiben. Das Gewicht der beiden Nebenniere der Gründertiere unseres Inzuchtstammes lag an der unteren Grenze der für normale Riesenkaninchen bezeichnenden Nebennieren­gewichte. (Auch der Gesamt-Eiweiss-Gehalt der Nebennieren dieser Tiere war kaum etwas niedriger (105 mg) als bei Riesenkaninchen (115-132 mg) ­was schon an sich beweist, dass das hohe Nebennierengewicht unserer Grün­dertiere nicht auf eine evt. lipoide Entartung zurückgeführt werden muss . ) Wie aus der Abb. 5. zu entnehmen ist, verminderte sich - dem Hirngewicht ähnlich - auch das der Nebenniere mit fortschreitender Inzucht. Bei einem durchschnittlichen Inzuchtkoeffizient des Stammes von ungef. 50% erreichte schon das Nebennierengewicht die obere Grenze der für andere Inzuchtstäm­me bezeichnenden Werte. Die schon erwähnte Zunahme der SN Blutgruppen­Heterozygoten am Aufbau der Population führte auch bei diesem Organ zu ei­ner raschen Vergrösserung, die aber nach dem Aufgeben der planmässigen Zucht auf Heterozygoten schnell wieder auf das Niveau der übrigen mittel­grossen Rassen heruntersank. Soweit sich die Nebennierenfunktion aufgrund der täglich ausgeschie­denen Menge der 17-Ketosteroide beurteilen lässt, beweisen unsere diesbe­züglichen Untersuchungen eindeutig, dass die sowohl absolut wie auch relativ grösseren Nebennieren der in ihrem Körpergewicht zurückgefallenen Inzucht­tiere - selbstverständlich zu derselben Jahreszeit - genau dieselbe Menge an den 17-Ketosteroide liefernden Rindenhormone produzierten wie die viel klei­neren Nebennieren der übrigen mittelgrossen Hausrassen. Bei den Riesen­kaninchen ist aber auch die täglich ausgeschiedene Menge an 17-Ketosteroiden bedeutend höher als bei mittelgrossen Rassen. Als Beispiel sollen die Anga­ben aus einer Versuchsserie mitgeteilt werden. (Tabelle I. ) Bei fast allen Individuen unseres Inzuchtstammes konnten bei der Se­zierung aus Rindengewebe bestehende akzessorische Nebennieren (1 bis 4 Stück)

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