O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis Pallas) 55-66. o.

4. Zweite Vollgeschwister-Paarungen Die Mehrzahl der aus Vollgeschwister-Paarungen hervorgegangenen Feldmäuse (Tiere mit einem Inzuchtkoeffizient von 25%) erwies sich als zu einer weiteren Fortpflanzung unfähig. Von den Nachkommen des besonders fruchtbaren Vollgeschwister-Paares 712. d'x 714. o_, das insgesamt 44 Jung­tiere lieferte, konnten 12 zweite Vollgeschwister-Zuchtpaare zusammengestellt werden. Von den 12, rein zufallsmässig zusammengestellten Paaren erwie­sen sich 8 Paare (also zwei Drittel) als fortpfianzungsfähig, sie brachten wei­tere Jungtiere zur Welt. Die Fruchtbarkeit der Zuchttiere selbst aber war weitgehend herabgesetzt. Trotzdem, dass der Zeitabstand zwischen den auf­einanderfolgenden Geburten nicht merklich verlängert war (t^g,= 0, 3445, P 80 > 70%, d.h. Übereinstimmung statistisch gesichert), ging aie durch­schnittliche Wurfzahl, aber vor allem die Gesamtzahl der abgewöhnten (also nicht nur jene der aufgezogenen!) Jungtiere weitgehend zurück. So konnte z.B. von den 21 geworfenen (und beobachteten) Jungen des zweiten Vollgeschwister­Paares 7140. o"x7136. ÇJ nur ein einziges Exemplar aufgezogen werden. Bei anderen Vollgeschwister-Zuchtpaaren ging auch die durchschnittliche Wurf­zahl stark zurück (z.B. beim Zuchtpaare 7139. d'x 7148. (j> nur 1,71 im Durch­schnitt). Die Mehrzahl der geworfenen jungen Feldmäuse ging an einem Nah­rungsmangel ein, da die Muttertiere ihre Jungen nicht stillten. Da in einigen der scheinbar unfruchtbaren Weibchen bei der einige Mo­nate später erfolgten Sezierung grössere oder kleiner Narben in der Gebär­mutter festgestellt werden konnten, scheint die Annahme gerechtfertigt, dass die Sterblichkeit der durch einen ziemlich hohen Inzuchtkoeffizient (37,5%) be­lasteten Embryonen gross gewesen sein durfte. Bei den zweiten Vollgeschwister-Paarungen summierten sich also die Störungen, die im Organismus der aus einer Vollgeschwister-Paarung hervor­gegangenen (und mit einem Inzuchtkoeffizient von 25% schon belasteten) weib­lichen Feldmäusen aufgetreten sind und die herabgesetzte Vitalität der in noch grösserem Masse homozygoten Embryonen (Inzuchtkoeffizient 37, 5%). Wie tiefgreifend und vielseitig die Störungen, die im Organismus der aus einer Vollgeschwister-Paarung hervorgegangenen Muttertiere aufgetreten sind, be­weisen folgende Beobachtungen: 1. Eine Unterfunktion der Milchdrüsen scheint bei diesen Tieren allgemein zu sein; auch bei jenen Weibchen, die normale Jungen zur Welt gebracht hatten, fanden wir den Magen der eingegangenen Jungtiere völlig leer und bei einigen gleich nach der Geburt sezierten Mutter­tieren enthielt das Eutergewebe kein Topfen Milch. 2. Das Muttertier 7134. , das nach der letzten Geburt monatelang steril geblieben war und endlich ein­ging, fand man bei der Sezierung 3-4 cm lange mit Eiter prall gefüllte Ute­rushörner. Nach der letzten Geburt sollte also eine scnwere Entzündung ein­getreten sein, oder konnte das Muttertier die frühzeitig abgestorbenen Em­bryonen nicht zur Welt bringen. 3. Das Muttertier 7144. , das nur einige Mo­nate alt war und zweimal normale Jungen zur Welt gebracht hatte, konnte nun die völlig ausgetragenen, normalen Jungen nicht gebären und biss sich selbst den Bauchwand auf und zog sich die beiden Uterushörner mit den nicht gebo­renen Jungen heraus.

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