O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis Pallas) 55-66. o.

verwendeten Feldmäuse stammten von zwei zufallsmässig zusammengestellten Zuchtpaaren, vom Zuchtpaar No. 71 und No. 72, ab, die sich im Laufe der Zuchtversuche als überaus fruchtbar erwiesen haben. Sämtliche Elterntiere wurden wild eingefangen bei Tura. Von den Nachkommen des Zuchtpaares No. 71 wurden insgesamt 20 Vollgeschwister-Zuchtpaare zusammengestellt, von jenen des Zuchtpaares No. 72 insgesamt 12. Falls innerhalb von 4-6 Wochen das zufallsmässig zusammengestellte junge Paar keine Nachkommen lieferte, wurden die Partner - ebenfalls zufallsmässig - abgewechselt ("error and trial method"). Und der Wechsel der Partnertiere erwies sich in mehreren Fällen als tatsächlich erfolgreich, da Weibchen, die von einem bestimmten Männchen nicht befruchtet worden waren, warfen von einem anderen - ebenfalls Vollge­schwister - Männchen innerhalb von 3 Wochen gesunde Jungen (vgl. STOHL und CSONTOS, 1972). Wie aus der Tabelle I zu entnehmen ist, befanden sich unter den Nach­kommen des Zuchtpaares No. 71 wenigere fortpflanzungsfähige Vollgeschwi­ster-Paare als unter jenen des Zuchtpaares No. 72. Die Fruchtbarkeit der Vollgeschwister-Paare war aber- mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen ­deutlich herabgesetzt, sowohl in Bezug auf die Zahl der Geburten als auch die Gesamtzahl der geworfenen und aufgezogenen Jungtiere. Es lässt sich mit ei­ner 95%igen Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die Wurf^ahl bei den Vollge­schwister-Paarungen mit 0,4031 bis 2,2553 hinter jener der random zusam­mengestellten Paare zurückbleibt: t (21 ) = 2,985, P-c 1% (Unterschied stati­stisch gesichert). Die herabgesetzte Vitalität der aus diesen Vollgeschwister­Paarungen hervorgegangenen jungen Feldmäuse lässt sich mit ihrem Inzucht­koeffizient von 25% leicht erklären. Die Störungen aber, die sich in der Fort' pflanzungstätigkeit der Weibchen vor allem in einer Verlängerung des Zeit­abstandes zwischen den beiden aufeinanderfolgenden Geburten sich bemerkbar machen (t(ig) = 32,067, P< 0,1%, Unterschied statistisch gesichert), können aber nicht mit dem normalen Genotyp des Muttertieres gedeutet werden, son­dern werden irgendwelcherweise durch den hohen Inzuchtkoeffizient (25%) der im mütterlichen Organismus sich entwickelnden Embryonen verursacht. Ent­wicklungsstörungen bzw. frühzeitliches Absterben der Embryonen können sehr leicht zu Fortpflanzungsstörungen bzw. anhaltender Sterilität des Mut­tertieres führen. Beim Vollgeschwister-Zuchtpaar 7113. d'x 711. <j) konnte in der Tat 10 Tagen nach dem Zusammenlassen der beiden Zuchttiere eine aus 3 Embryonen bestehende Frühgeburt im Käfig aufgefunden werden. Dass es in all diesen Fällen dem individuellen Genotyp der betreffenden Zuchttiere eine bestimmende Rolle zukommt, scheint durch das Zuchtpaar 712. d'x 714. CJ> be­wiesen zu werden, das in völlig regelmässigen Zeitabständen (20,4 Tage im Durchschnitt) in 8 Geburten 44 Nachkommen lieferte, von welchen 40 aufge­zogen werden konnten (die sich später alle als fortpflanzungsfähig erwiesen haben ! ). Die Nachkommen des Zuchtpaares No. 72 Hessen sich leichter - also mit grösserer Wahrscheinlichkeit - in fruchtbare Paare zusammenstellen: unter den 12 Vollgeschwister-Paaren befanden sich nur 2, die keine Nach­kommenschaft lieferten. Trotzdem, dass bei den mehrmals werfenden Weib­chen der Zeitabstand zwischen den aufeinanderfolgenden Geburten nur in der Hälfte der Fällen verlängert war, bleiben auch diese Feldmäuse sowohl in Hinsicht auf die Zahl der Geburten als auch die Gesamtzahl der geworfenen und abgewöhnten Jungen weit hinter den Kontrolltieren zurück.

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