O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis Pallas) 55-66. o.

wirksam sind, die gegen eine Inzucht wirken. Der oft beobachtete Vertreiben der jungen Männchen aus den Nestern - was sich in dem wohlbekannten Männ­chenschwund resultiert (KRATOCHVIL, 1959; STEIN, 1958)- hat zur Folge, dass die aufwachsenden jungen Weibchen nicht durch ihre männlichen Ge­schwistertiere bedeckt werden. Und falls sich die vertriebenen jungen Männ­chen in anderen Familien festhalten können, besorgen sie schon für eine Auf­rechterhaltung der notwendigen Panmixie. Andererseits ist auch bekannt, dass gruppenweise miteinander gehaltene abgewöhnte Geschwistertiere (4-6 dcf und (jKjO nur in Ausnahmefällen eine Nachkommenschaft liefern. Ausserdem scheint aufgrund unserer früheren Untersuchungen (STOHL und CSONTOS, 19 72) die Möglichkeit einer Partnerwahl bei der Fortpflanzung der Feldmaus nicht ausgeschlossen zu sein. Von den zufallsmässig zusam­mengestellten Paaren erwiesen sich nähmlich nur einige fruchtbar, aber bei diesen erfolgten die ersten Geburte schon 20 Tage nach dem Zusammenlassen der beiden Tiere. Falls nach 6-8 Wochen die Tiere der sich unfruchtbar er­wiesenen Paare abgewechselt und wieder zufallsmässig mit anderen Feldmäu­sen in Paare gestellt wurden, so konnten weitere fruchtbare Paarungen er­reicht werden. Die Möglichkeit des Bestehens einer Partnerwahl wohl besei­tigt eine Inzucht nicht vollkommen, doch verringert sie die Wahrscheinlichkeit für eine zwischen Geschwistertieren stattfindenden Paarung. In der Fortpflanzung der Feldmaus scheinen also zwei gegeneinander wirkende Tendenzen sich durchzuringen - eine zunehmende Wahrscheinlich­keit des Zusammentreffens von dasselben Gen tragenden Geschlechtspartnern (da viele Tiere die Nachkommen desselben Gründer-Tieres sind), und ande­rerseits dieses Ereignis verhindernde physiologische und verhaltensbiologi­sche Mechanismen. Es schien uns daher gerechtfertigt, die Folgen einer planmässigen In­zucht bei unseren Feldmäusen eingehender zu analysieren. Eigene Zuchtversuche Die Zuchtversuche wurden in den Jahren 1968-1971 in der Abteilung Tiergenetik des ehemaligen Instituts für Genetik der Ung. Akademie der Wis­senschaften (Budapest-Máriabesnyő) durchgeführt. Die Zuchttiere wurden paarweise in Drahtkäfigen untergebracht, die alle mit einem hölzernen Kist­chen versehen waren, das als Unterschlupf für die Tiere diente. Die Jung­tiere wurden mit 18 Tagen abgewöhnt. Fütterung der Tiere: konz. Futter­Granulat (für Kaninchen, LATI), Hafer, Weizen, als Grünfutter Klee, Luzer­ne und Wiesengras, sowie gelbe Rüben und endlich als Ersatzfutter Vollmilch­pulver; Wasser in S chnapfgläsern. 1. Kon troll Zuchtversuche Frisch eingefangene, völlig ausgewachsene (Körperlänge nicht unter 100 mm) Feldmäuse wurden in Paare gestellt. Die Tiere stammten vor allem aus einem Reservator-Gebiet in der Umgebung der Ortschaft Tura (Korn. Pest),

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