O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)
Stohl, G.: Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis Pallas) 55-66. o.
es wurden aber auch einige ebenfalls wild eingefangene Tiere aus der Umgebung von Hódmezővásárhely (Kom. Csongrád) in die Zuchtversuche einbezogen. Ein Teil dieser Paare erwies sich als unfruchtbar, im folgenden werden aber nur die fruchtbaren Paare berücksichtigt (Tab. 1). Unsere Zuchtergebnisse entsprechen im wesentlichen den in der einschlägigen Literatur befindlichen Angaben (BASENINA, 1962; KRATOCHVIL, 1959; STEIN, 1958 usw. ). Die durchschnittliche Wurfzahl beträgt 4-7 Jungtiere und die Würfe folgten sich in einem Zeitabstand von etwa 20 Tagen (vgl. STEIN, 1958). Da die Tragzeit der Feldmaus mit 18-19 Tagen angegeben wird (ASDELL, 1964), beweisen auch unsere Befunde, dass die Weibchen schon am 2.-3. Tage nach der Geburt wieder befruchtet werden können. 2. Vater-Tochter Rückkreuzung Da durch die Vertreibung der anwachsenden Männchen die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung der jungen Weibchen durch das Vatertier, bezw. ein anderes, aber ebenfalls verwandtes Männchen erhöht wird, haben wir 2 Vatertiere mit ihren Töchtern ins Paar gestellt. Obwohl die Zahl der untersuchten Paare sehr niedrig ist, lässt es sich aus der Tabelle I entnehmen, dass - unter bestimmten Bedingungen, die beim Vatertier No. 71 gegeben waren - weder die Wurfzahl, noch die Zahl der Geburten herabgesetzt war. Die Sterblichkeit der mit einem Inzuchtkoeffizient von 12, 5% belasteten Jungtiere schien aber höher und auch der Zeitabstand zwischen den aufeinanderfolgenden Geburten verlängert zu sein. Die Fruchtbarkeit des zweiten Zuchtpaares (Vatertier No. 72 und seine Tochter, No. 7211) erwies sich aber als weitgehend herabgesetzt. 3. Erste Vollgeschwister-Paarungen Von den Nachkommen der sich als fruchtbar erwiesenen Vater-TochterRückkreuzung (71.o"x 719.0.) wurden 22 Tiere in 11 Paare gestellt. Von den 11 Paaren lieferten 6 einen Nachwuchs, 5 Paare erwiesen sich aber als unfruchtbar (Tabelle I). Die Zahl der Würfe schwankte zwischen 2 und 10. Die Fruchtbarkeit der weiblichen Feldmäuse, die einen Inzuchtkoeffizient von 12, 5% besassen, scheint also - unter Umständen - völlig normal zu sein, worauf auch der normale Abstand (20 Tage) zwischen den aufeinanderfolgenden Geburten hinweist. Die Vitalität der mit einem Inzuchtkoeffizient von 31, 25% belasteten Jungtiere war aber bei einigen Zuchtpaaren weitgehend herabgesetzt (so z.B. beim Zuchtpaar 7162. ó" x 7170. o_: von den insgesamt geworfenen 40 Jungtieren konnten nur 3 abgewöhnt werden). Es gibt aber auch vollkommen fruchtbare Vollgeschwister-Zuchtpaare, Wie das 7168. o* x 7176. o, das in zehn Würfen 37 Jungtiere lieferte, von welchen 33 abgewöhnt und aufgezogen werden konnten. Obwohl in der freien Natur die Wahrscheinlichkeit für eine Paarbildung zwischen Vollgeschwister-Tieren - schon wegen der erwähnten Vertreibung der jungen Männchen - sehr niedrig sein muss, wurden zwecks Erforschung der Folgen einer rasch zunehmenden Homozygosität weitere Zuchtversuche mit Vollgeschwister-Tieren eingestellt. Sämtliche zu diesen Zuchtversuchen