O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)
Stohl, G.: Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis Pallas) 55-66. o.
Vertebr. Hung. XVIII. 1978. Inzuchtversuche mit ungarischen Feldmäusen (Microtus arvalis [PALLAS]) STOHL, Gábor Naturwissenschaftliches Museum, Budapest ABSTRACT: The effects of inbreeding in laboratory bred families of fieldvoles (Microtus arvalis /Pall./) originating from different reserve areas of Hungary were studied. Repeated brother-sister mating results in reduced fertility of the females as well as high mortality-rate of the developing embryos. Die weitverbreitete Feldmaus (Microtus arvalis /PALLAS, 1779/) gehört zu den Säugetieren, deren Bestände überaus grossen zahlenmässigen Schwankungen unterworfen sind. Unter günstigen Umweltbedingungen können einige wenige Gründertiere ("founder" animals) innerhalb von wenigen Monaten aus zahlreichen Individuen bestehende Populationen hervorbringen. Die rasche Vermehrung der wenigen Gründertiere sowie deren Nachkommen muss unbedingt mit einer Inzucht - wenn auch niedrigen Grades - verbunden sein. Und dass diese Vermutung zutrifft, beweisen die in unseren Sammlungen aufbewahrten Farbvarietäten. Albinotische (c), rotäugige helle (p) und gescheckte (o oder W) Exemplare stammen ausnahmslos aus Gradationsjahren. Tiere mit schwärzlichen Füsschen oder mit weissen Haartüpfeln am Kopf gehören zu keinen Seltenheiten in übervölkerten Beständen. o Auch die Anzahl der das simplex Merkmal (M ) aufweisenden - also recessiv homozygoten - Exemplare erhöht sich auf das Mehrfache in einigen übervermehrten Populationen. In Ungarn ist der Anteil dieser Tiere am Aufbau der Bestände ziemlich niedrig (im Durchschnitt 3-5%, vgl. hierzu auch PALOTÁS, 1967). Unter den Feldmäusen, die im Jahre 1939 im SzernyeSumpfgebiet aus einer übervölkerten Population gesammelt wurden, beträgt die Anzahl der simplex-Tiere etwa 12% (CSONTOS und STOHL, 1970). In einem anderen kleinen Inzuchtbestand der sog. Petrik-Insel in der Donau (unweit von Budapest), die nach einer mehrwöchigen Überschwemmung durch die Nachkommen einiger "gelandeter" Gründertiere neubesiedelt wurde, nahm die Häufigkeit der simplex-Tiere merklich zu und erreichte einen Wert über 25% (STOHL, unveröffentlicht). Inzucht begünstigt das Zusammentreffen von recessiven Allelen, die von den heterozygoten Trägern weitergegeben werden. Vielleicht kann auch das Auftreten von überaus grossen Exemplaren in übervölkerten Populationen - wenigstens zum Teil - mit dem Zusammentreffen von wachstumsfördernden Allelen bestimmter Loci erklärt werden (CHITTY, 19 52; ZIMMERMANN, 1955). Sowohl Freilandbeobachtungen als auch Laborversuche haben den Beweis erbracht, dass es in der Fortpflanzung der Feldmaus auch Mechanismen