O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Dely, O. Gy.: Angaben zur morphologischen Variation der Eidechsenarten Ungarns. 1. Bergeidechse (Lacerta vivipara Jacquin) 7-54. o.

könnte vielleicht sie für solche Merkmale halten, in welchen die zwischen der Bergeidechse und anderen Lacerta-Arten, bzw. Mitgliedern einer ande­ren Familie bestehenden phylogenetischen Beziehungen zum Ausdruck gelan­gen, wie dies von SAINT GIRONS (1967, 1968) aufgrund einer vergleichenden Untersuchung an endocrinen Drüsen bestätigt werden konnte. Ebenfalls als ein Rückschlag auf primitivere Eidechsen muss jener Typ der Anordnung der Kopfschilder bewetet werden, bei welchem Rostrale und Internasale aufeinander stiessen, die Supranasalien dagegen selbstverständ­lich nicht (Tafel I, fig. 5-7 und Tafel III, fig. 17). Wie bekannt, ist diese Anordnung nicht bezeichnend auf unsere Art, so dass sie nur an einigen Exem­plaren beobachtet werden konnte (Z.b.3 Exemplare aus der Umgebung von Ocsa und 1 von Mazury). Eine ähnliche Anordnung der erwähnten Kopfschilder kön­nen wir innerhalb der Gattung Lacerta an einigen Vertretern der von MÉHELY (1907) aufgestellten Artengruppe Archaeolacertae vorfinden (Lacerta mosori- ensis KOLOMBATOVIC, Lacerta horvathi MÉHELY, Lacerta derjugini NIKOLr SKIJ u.a. ). Das Auftreten der erwähnten Anordnung kann nun als ein Beweis der engen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen in der Archaeolacertae und der Art Bergeidechse betrachtet werden. Weiterhin können wir folgende und auf die Bergeidechse ebenfalls nicht charakteristische Anordnung der Kopfschilder, in welcher das Internasale un­mittelbar an das Frontale stiesst und die Präfrontalia weit voneinander ge­rückt sind (Tafel I, fig. 2-3, Tafel III, fig. 17). (wie das VOIPIO auch bei finnländischen Bergeidechsen öfters (VOIPIO, 1961, 1968, 1969), STUGREN und VANCEA dagegen aus verschiedenen Gebirgsgegenden rumäniens Stam­menden Exemplaren schon seltener festgestelt haben (STUGREN und VANCEA, 1961)), nicht als eine einfache Aberration betrachten. Diese Konstellation der erwähnten Kopfschilder ist aber innerhalb der Scincomorpha, vor allem bei Scincoidea, unter ihnen auch bei einigen Vertretern der Gattungen Ablepharus 'und Lygosoma genau dieselbe. Diese eigentümliche Konstellation der betref­fenden Kopfschilder lässt sich vielleicht damit erklären, dass sie als Ergeb­nis einer parallelen Evolution an zwei verschiedenen Formen aufgetreten ist, die aber letzten Endes eine gemeinsame Ahnenform gehabt hatten. Die kleinen, rundlichen Körnchen, die an der Grenze zwischen den Sup­raokular-und Supraciliarschildern im Pileus einiger Bergeidechsen (Tafel I, fig. 4 und 8, Tafel II, fig. 15-16, Tafel III, fig. 20-21) (2 Exemplare von Theissrücken, 1 Exemplar von Bátorliget, 2 Exemplaren aus der Umgebung von Ócsa usw. ) gefunden sind, und die nicht nur an den Vertretern der Ar­ chaeolacertae, sondern auch an einigen aus der Artengruppe sog. Neolacertae manchmal erscheinen, müssen als Merkmale gedeutet werden, die nicht nur die engen •yerwandschaftlichen Beziehungen der Bergeidechsen zu den Archaeo­ lacertae, sondern auch das Bestehen einer Verwandschaft zwischen Neo­lacertae und Archaeolacertae beweisen. BÖHME (1971) gelang es nachzuwei­sen, dass die ganze Gruppe der sog. Zootoca, zu der auch die Art vivipara gehört, aufgrund der Epithelstruktur des Hemipenis von den Archaeolacertae nicht abgegrenzt werden kann. Das auf die Bergeidechse keinesfalls charakteristische symmetrische Fehlen von bestimmten Kopfschildern (an je einem Exemplar von Theissrük­ken und Sar-Planina fehlte das Frenale an beiden Seiten des Kopfes, an ei­nem Tier ebenfalls vom Theissrücken war das Postnasale beiderseits ver­schwunden usw. ), weiterhin das Auftreten je eines akzessorischen Schild-

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