O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 15. (Budapest, 1974)

Dely, O. Gy.: Könyvismertetés 105-111. o.

Könyvismertetés — Buchbespechungen — Book Reviews MÜLLER, PAUL: The Dispersal Centres of Terrestrial Vertebrates in the Neotropical Realm Pr. W. JUNKB. V. Publishers, the Hague, 1973; 244 Seiten mit 101 Abbildungen und 2 Farbfotos.) Der fast unübersehbare Arten- und Formenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt des neotropischen Gebietes übt eine faszinierende Wirkung auf jeden europäischen Zoolo­gen, der selbstverständlich schon daran gewöhnt ist eine viel ärmlichere Formenwelt vor sich zu haben. Hat sich aber der im ersten Augenblick von der Bewunderimg be­griffene Zoologe dazu entschlossen, diese bunte Welt der Lebewesen auch verstehen zu wollen, so fühlt er sich fast vollkommen ratlos. Die tatsächlichen faunogenetische Zu­sammenhänge erscheinen ihm unerklärbar. Eine Ausnahme scheinen nur jene Faunen­elemente zu bieten, die mit den nearktischen gemeinsam sind. Gemäss einer veralte­ten Theorie sind diese Tiere von dem Norden her in Südamerika eingewandert, dort sind sie aber ein für allemal unverändert geblieben . Unter den Tieren des neotropischen Gebietes sind die Vögel noch am besten bekannt, die auch in den europäischen Sammlungen und Tiergärten in verhältnismässig hoher Zahl aufgefunden werden können. Leider lassen sich die Verbreitungsangaben von den ein­zelnen Vogelarten nur sehr schwer beurteilen, weil die Angaben über den Zustand ihrer Gonaden meistens fehlen. Es lässt sich also nicht entscheiden, ob die betreffende Art im fraglichen Gebiet zur Fortpflanzung kommt oder nicht. Der Verfasser hat sich das Ziel gesetzt, gerade diese Lücken unserer Kenntnisse mit einem logischerweise geord~ ne ten Tatsachenmaterial auszufüllen. Eben deshalb berücksichtigte er vor allem die Herpetofauna dieses tiergeographischen Gebietes, da diese Tiere zu überaus grossen Wanderungen (wenigstens die Landformen) nicht fähig sind. Professor PAUL MÜLLER bediente sich eines Tatsachenmaterials, das auf breitester Basis gesammelt wurde. Von einer systematischen Bearbeitung zahlreicher Literatur­angaben ausgehend bis zur eingehender Untersuchung mehrerer wissenschaftlicher Sammlungen und persönlichen Reisen in das betreffende Gebiet schaffte er aUes mögli­che Information über das zu erforschendes Problem herbei. Und obwohl seine Gedankengange sich fast ausnahmslos auf Tiere beziehen, die keine Laboratoriumstiere - in weiterem Sinne des Wortes - darsteUen, beruhen seine Deu­tungsversuche immer auf der festen Grundlage der Populationsgenetik. Wurde es best—

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