Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

mehr verschoben werden. Die ursprüngliche Stahlkon­struktion wurde beibehalten, unter die Geleise kam jedoch ein neuer Bahnkörper. Die Tragsäulen der Oberleitung wurden ebenfalls rekonstruiert. Der untere Kai erhielt zeit­getreue, jedoch gleichzeitig zeitgemäße Beleuchtungskör­per. Die zu den Straßenbahnschienen gehörenden Schalt­kästen wurden ebenfalls im damaligen Stil erneuert. Der Viadukt und die darunter befindlichen Lagerräume gewan­nen im September 1995 ihr originales Antlitz vom Anfang des Jahrhunderts wieder. (Manchmal fährt auch eine reno­vierte alte Nostalgie-Straßenbahn auf der Linie Nr. 2 ent­lang des Pester Donauufers.) Der wichtigste Besitzer-Wechsel am Donaukorso war wohl die Privatisierung der beiden großen Hotels. Das Du­na Inter-Continental wurde von der Marriott Hotelkette und einem ausländischen Investor gekauft. Die neuen Besitzer wendeten eine beträchtliche Summe für die Renovierung des Hotels auf; innen und außen erneuert, öffnete nun das Marriott am 3. April 1994 wieder, mit 362 Zimmern und 20 Appartements. Die Terrasse des Hotels blickt auf die Donau und ist mit dem Korso direkt verbunden. Hier funk­tioniert vom Frühling bis in den Herbst eine Bierstube, in der Vorhalle ein Café mit allabendlicher Klaviermusik. Das andere große Hotel des Korsos, das Forum, funk­tionierte seit seiner Übergabe im Jahre 1981 als Franchise- Partner des Inter-Continental Hotels and Resorts (IHR) Weltnetzes. Seit seiner Privatisierung am 6. Mai 1997 führt es den Namen Inter-Continental und steht mit seinen mehr als 400 Zimmern - darunter 24 Appartements - an­spruchsvollen Touristen und Geschäftsleuten zu Diensten. Nach einer inneren Renovierung, die mehr als 11 Millionen Dollar gekostet hat, bietet es seit 1998 auf zwei Stock­werken Zimmer mit zwei Telefonlinien, Telefax und Inter­net-Verbindung. Die Wiedergeburt des Thonet-Hofes soll hier besonders erwähnt werden. Ein Teil des einstigen Mietspalastes be­herbergt mehrere Büros (darunter das Staatliche Rech­nungsamt), den restlichen Teil nehmen in den obigen Stockwerken Wohnungen ein. Im Erdgeschoß des Gebäu­des wurden Büros und Lagerräume seit Mitte der 1980er Jahre mehr und mehr hinausgedrängt. Anfangs wurde 1985 im Keller die Gösser Bierstube (heute Anker Bierstube) mit einer damals für Budapest noch als Rarität geltenden Kegelbahn eröffnet. 1989 wur­de an der nördlichen Ecke des Hauses dann ein Platten­geschäft ins Leben gerufen. 53

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