Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

ebenfalls das 1934 entstandene Prince of Wales und seit 1940 auch das Café Donaukorso. Zusammen mit dem Ambassadeur waren das also Anfang der vierziger Jahre vier Lokale auf der Promenade, ohne die der Korso zu sei­ner Zeit gar nicht vorstellbar war. ln Ungarn, das am 21. Juli 1941 auf Seiten der Ach­senmächte in den Krieg eingetreten war, gab es jedoch auch solche, die nicht in der Unterhaltung Zuflucht such­ten. Im Hangli gab es Tag für Tag eine wahre Nachrich­tenbörse. Die am besten Informierten (oder solche, die sich dafür hielten) tauschten hier ihre Meinungen aus und diskutierten über die neusten Entwicklungen des Krieges, über die innen- und außenpolitischen Ereignisse. Manche waren der Meinung, man brauchte mehr als nur einen Kaffeehaus-Meinungsaustausch. Am südlich­sten Punkt des Korsos, beim Petöfi-Standbild, organisierte also das Ungarische Historische Gedenkkomitee am 15. März 1942 eine Demonstration, die eine Beendung des Krieges forderte. Die Spaziergänger am Korso und die Gä­ste im Hangli konnten mit Verwunderung feststellen, daJ3 die vom Petőfi tér bis zum Vigadó tér reichende Demon­stration von berittener Polizei aufgelöst wurde. (Das be­kannte Abzeichen der Demonstration, ein Porträt von Pe­tőfi, der nach rechts blickt, darunter die Aufschrift 1848, war vom Künstler Pál Pátzay in nur einer Nacht entworfen worden. Heute schmückt eine vergößerte Variante dieses Pál Pátzay: Petőfi (1942) 33

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