Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

baute Millennium-Üntergrundbahn (damals Franz-Joseph- Clntergrundbahn), deren Linie bis hierher verlängert wer­den sollte. Über dem neuen Tunnel hätte man Alleen und Parks angelegt. „Die Cafés am Donauufer wären nicht mehr in die heutigen engen und kahlen Terrassen ge­zwängt, sondern die immer zahlreicher werdenden Gäste könnten auf ihren riesigen Terrassen verweilen, die den jetzigen Spazierweg ganz einnehmen würden" - malte Dezső Cserba in seinem 1937 in der Zeitschrift Városi Szemle (Stadtrundschau) erschienenen Traktat die Vor­teile der vorgesteilten Umwandlungen aus. Der Plan blieb - wie so viele seiner Vorgänger - nur Vorstellung. Die Stra­ßenbahn fährt auch heute noch über den 1900 erbauten Viadukt. Auch das Hangli fiel nicht Städteplanern zum Op­fer, sondern wurde 1945 zerstört. In den dreißiger Jahren wurden neue Kunstwerke am Korso bzw. in dessen nächster Umgebung eingeweiht. An der Wand des Grandhotels Hungária zur Türr István utca hin wurde 1933 eine Richard-Wagner-Gedenktafel aus grauem Marmor angebracht. Diese wurde von einem Bronzerelief des Künstlers Antal Szécsi geziert, welches den deutschen Komponisten nach links blickend im Profil porträtierte. Bei der Einweihung war neben den wichtigen einheimischen Persönlichkeiten auch der damalige deut­sche Gesandte zugegen. (1945 wurde die Gedenktafel, zu­sammen mit dem Hotel zerstört.) Ebenfalls neben dem Grandhotel Hungária, am Ein­gang zur Türr István utca wurde 1937 inmitten der drei Steinpostamente (die eine Eisenkette zum Verschluß der Straße vor dem Verkehr trugen) das Kunstwerk Donau­wind von Pál Pátzay aufgestellt. Die schlanke Frauen­gestalt biegt sich im Wind, während das Gewand sich an ihren Körper schmiegt. An dieser Stelle konnte man den vom nahem Fluß her wehenden Wind ständig spüren; so bildeten die Plazierung und Wirkung der Statue eine wirk­lich bravouröse Lösung. Es war übrigens Pátzays feste Überzeugung, daß man Skulpturen nur für einen kon­kreten, architektonisch komponierten Ort anfertigen soll­te. 1937 baute man, des zunehmenden Fremdenverkehrs wegen, das Hotel Donaupalast um und erweiterte es. Ein Teil des benachbarten Lloyd-Hauses wurde dem Hotel an­gegliedert. So hatte das Luxushotel 55 Zimmer dazube­kommen. Der Lesesaal im Mezzanin wurde 1931 zum ele­ganten Vergnügungslokal Café de Paris umgestaltet. Auf der Dachterrasse des neugezauberten Luxushotels konnte 29

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