Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Feyér bravourös am Klavier, der später in der Bar des Wal­dorf Astoria in New York berühmt wurde. Neben dem Do­naukorso befand sich das elegant eingerichtete Café Du- barry, welches ebenfalls über eine eigene Terrasse am Kor­so verfügte. Das Hotel Donaupalast verfügte natürlich auch über ein eigenes Restaurant und auf dem Platz zum Eötvös-Stand- bild hin auch über ein Gartenlokal. An den beliebten Fünf- Ühr-Tee-Nachmittagen (an Wochenenden und manchmal auch wochentags) spielte hier Lajos Martiny Klavier, von seinem kleinen Orchester begleitet. Daneben befand sich im Erdgeschoß des einstigen Lloyd-Hauses das Café Mi­gnon, welches ebenfalls über eine Terrasse mit Blick auf die Donau verfügte. Abends spielte im Café Antal Gorody- Goitein so bravourös seine Gershwin-Stücke am Klavier, daß sogar die Studenten der Musikakademie zu Stamm­gästen des Lokals wurden. Zu Beginn der dreißiger Jahre erhielt auch das Hangli eine neue Leitung. Die neuen Mieter, die Brüder Rónai, bauten den Kiosk zu einem eleganten Café und Restaurant um, wo die Gäste im Sommer wie im Winter, unabhängig von der Jahreszeit empfangen werden konnten. Von früh morgens bis spät abends standen appetitliche und reich­haltige kalte Platten zur Wahl. Im großen Saal der Redoute traten solche Musik-Grö­ßen wie Jenő Hubay, Ernő Dohnányi, Zoltán Kodály, Béla Bartók, Pablo Casals oder Arthur Rubinstein auf. 1929 gab auch einer der ungekrönten Jazz-Könige, Paul Robeson hier ein Konzert. Die früheren Auftritte von Franz Liszt hat­te 1935 der Künstler Fülöp Ö. Beck auf einem Marmor­relief verewigt, welches auch heute noch im Inneren des Gebäudes zu sehen ist. Das Innere des Redoute-Cafés hat­ten die Brüder Rónai (die auch hier die Leitung übernom­men hatten) den Ansprüchen der zahlreichen ausländi­schen Touristen wegen, betont ungarisch eingerichtet. 1934 schrieb der Ungarische Ingenieur- und Archi- tekten-Verein einen Planungswettbewerb aus, zwecks Lö­sung der verkehrstechnischen und ästhetischen Probleme des Vigadó tér (Redouteplatzes). Den Plänen der Gewinner Dezső Cserba und Ágost Benkhardt zufolge wurde das Hangli zum Abriß verurteilt, damit der Kiosk nicht mehr die Aussicht auf die Redoute verstelle. Sowohl die Straßen­bahnschienen als auch die Autostraße vom unteren Kai sollten in einen Tunnel unter die Straße verlegt werden. Man plante an der neuen Straßenbahnhaltestelle unter dem Vigadó tér eine (Jmsteigemöglichkeit auf die 1896 er­28

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