Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

EÖTVÖS gewidmet / am 26. Oktober 1913 / aus Anlaß der landesweiten Feier / der 100. Wiederkehr seines Geburtstags. Als Resultat bewußter, sorgfältiger Stadtplanung wurde 1882 am südlichen Ende des Korsos die Statue von Sán­dor Petőfi aufgestellt - sozusagen als Pendant zur Eötvös- Statue. Ursprünglich hatte man Miklós Izsó mit der Her­stellung des Werks betraut; 1875 verstarb er jedoch, noch vor Fertigstellung des großen Modells. Der verantwortliche Ausschuß beauftragte nun Adolf Huszár damit, unter der Bedingung, daß er das von Izsó angefertigte kleine Modell als Basis nehmen müsse. Huszár trat wirklich in die Fuß­stapfen seines verstorbenen Meisters. Seine Bronzestatue wirkte jedoch neben der romantisch beschwingten Figur von Izsó eher gekünstelt feierlich. Den Sockel hatte, wie auch bei der Eötvös-Statue, der Architekt Miklós Ybl ent­worfen, ebenfalls aus Mauthausener Granit. Auf der Vor­derseite steht bloß: Petőfi. Der Text auf der Rückseite lau­tet: Aus nationalen Spenden 1882. (Den Großteil der fi­nanziellen Mittel hatten die Einnahmen der Konzerte des weltberühmten Violinisten Ede Reményi ergeben.) üm beide Denkmäler wurde ringsherum je ein Platz ge­staltet, der nach den jeweiligen Standbildern benannt wur­de. Die beiden Statuen überlebten die Zerstörung der al­ten Hotels, ja sogar den Bau der neuen. Restauriert stehen sie auch heute noch auf ihrem alten Platz. Abends, in Fest­beleuchtung erstrahlend, erinnern sie an die Geschichte längst vergangener Zeiten. Das dritte Kunstwerk am Donaukorso, der Brunnen Kinder beim Zieselfangen, wurde 1896 im Park vor dem Gebäude der Redoute aufgestellt. Die stimmungsvolle, in Bronze gegossene Genre-Gruppe von Károly Senyei stellt zwei Jungen dar, die sich zum Zieselfangen vorbereiten. Die nicht zu große, schwungvolle Komposition wurde bald zum beliebten Schmuck des Redoute Platzes, bis sie 1945 abgetragen wurde. Da József Illits, der Besitzer des Grandhotels Hungária während der Millenniumsfeier zu Ehren der ungarischen Landnahme mit einem Anstieg des Gästeverkehrs rech­nete, kaufte er das Lévay- sowie das Heinrich-Haus neben­an. 1896 funktionierte er sie beide zu einem Hotel um und nannte es Bristol. Das Hotel Bristol erwartete als zweites Mitglied der bekannten Hotelzeile am Donauufer seine er­lesenen Gäste in 102 Zimmern mit herrlichem Panorama. Das bekannte Restaurant mit seiner Terrasse und stim­20

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