Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)
trag. Doch diese Kapitalanlage zeitigte sichtbare Ergebnisse. „Unser Hotel steht auch bezüglich der Einrichtung und des Komforts ganz oben und entspricht dem Hiueau unserer Zeit; außer dem Pariser und dem Wiener Grandhotel gibt es wohl kaum eines in Europa, das sich mit unserem messen kann“ - schrieb 1871 die Vasárnapi Újság (Sonntagszeitung). Der Journalist hatte nicht übertrieben. Das Grandhotel Hungária war nicht nur das eleganteste Hotel Budapests - und gleichzeitig auch das erste fünfstöckige Gebäude der Stadt - sondern konnte sich wirklich neben den vornehmsten Luxushotels Europas sehen lassen. Das Gebäude war zwischen den Quadern hellrot angestrichen und hatte freundliche grüne Jalousien. Von den fast 300 Zimmern des Hotels sahen die Fenster von 133 Zimmern auf die Donau. Im vierten Stock gab es eine Kapelle mit einem großformatigen Altarbild. über dem Restaurant befand sich der zweistockhohe Prunksaal, zu dem aus der Vorhalle Marmortreppen emporführten. Der Festhof war von einem Glasdach bedeckt, welches von 24 Greifvögel-Statuen gestützt wurde. Die Greifvögel, welche die Konsolen der Eisenkonstruktion hielten, waren, wie auch die Gebäudeverzierungen der Ersten üngarischen Allgemeinen Versicherungsgesellschaft und des Thonet-Hofes, das Werk der Szandház Brüder. Der Festhof existierte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, dann wurde er im Zuge der von Gusztáv Petschacher geleiteten inneren Umbauten abgeschafft. Innen war das Hotel mit den modernsten Einrichtungen seiner Zeit ausgestattet. Im Keller befanden sich die Hauptküche, eine eigene Bäckerei und eine Konditorei. Hier gab es auch ein Lebensmittellager, einen Weinkeller, des weiteren einen speziellen Eiskeller, einen separaten Lagerraum eigens für Fische und eine Milchkammer, außerdem die technischen Einrichtungen des Hotels und der Speisesaal des Personals. Im Erdgeschoß befanden sich neben dem Café und Restaurant auch noch acht Geschäfte. Im Mezzanin war durch einen Verhandlungssaal, eine eigene Post und ein Telegraphenbüro für die Bequemlichkeit der damaligen Geschäftsleute gesorgt. Hier gab es sogar einen Damen- und Herrenfriseur. Das Grandhotel verfügte nicht nur über ein eigenes Telegraphenbüro, sondern auch über einen Lift, was Ende des vorigen Jahrhunderts als eine technische Besonderheit galt. Ein Prospekt aus dem Jahre 1892 schreibt: „Damit wir dem verehrten Publikum das unangenehme Treppensteigen ersparen, haben wir eine ausgesprochen sichere hydraulische Hete,