Gábor Eszter: Budapester Villen - Unser Budapest (Budapest, 1997)

Die Villa Napraforgó utca Nr. 2. (Gyula Wälder) hat bis heute ihre ursprüngliche Form bewahrt. Ungarn. Kein Wunder, der Architekt Farkas Molnár war einige Jahre vorher vom Bauhaus zurückgekehrt, hatte in Deutschland schon 1923 an der Bauhaus-Ausstellung mit dem Entwurf für sein Rotes Haus große Aufmerksamkeit erregt. Die Villa in der Napraforgó utca war einer seiner er­sten verwirklichten Pläne, er hatte bisher noch keine Gele­genheit gehabt, die Ideen des Bauhauses der Kontrolle der Wirklichkeit zu unterziehen. Die äußere Gestaltung der Villen in der Napraforgó ut­ca ist abwechslungsreich. Die meisten Gebäude haben ein Flachdach, es gibt jedoch auch einige mit Satteldach oder Zeltdach. Nur Ligeti und Molnár sowie József Fischer hat­ten die durch ein Flachdach gegebene Möglichkeit zum Bau einer Terrasse genützt. Häufig war die mehr als zehn Qua­dratmeter umspannende Terrasse, die einen Teil des er­sten Stocks einnahm, noch öfter kam jedoch die balkonar­tig vor das Gebäude tretende Terrasse mittlerer Größe vor. Lajos Kozma war es gelungen, aus diesem gewöhnlichen Typ etwas besonderes zu schaffen: bei seinem Haus Nap­raforgó utca 8. hatte er den Balkon im ersten Stock, ge­stützt durch zwei schlanke Säulen neben der Gartentür, ganz bis zur Grenze des Grundstücks geführt und durch diese Lösung - für den ungünstiger gelegenen Teil des Doppel­47

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