Várnagy Zoltán: Stadtverkehr - Unser Budapest (Budapest, 1994)

Die durch den großen Autoverkehr verursachten Verzöge­rungen wurden durch die Schnellbusse ausgeglichen. Der erfolgreichste ist wohl der rote Siebner, der die Bewohner der großen Lágymányos-Wohnsiedlung täglich in die Innenstadt bringt. Die rauchenden, rußigen Autobusse mit Rába-Mann-Moto- ren ersetzt das Verkehrsunternehmen schön langsam, mit Unterstützung der städtischen Selbstverwaltung, durch mo­dernere Fahrzeuge. Eine organische Entwicklung, das Erset­zen der Autobuslinien durch Elektrische, ist wegen Geldman­gels jedoch noch nicht in Aussicht. Der Trolleybus 1882 fuhr in Berlin zum ersten Mal ein Oberleitungsbus, der Trolleybus. Obwohl dieses Verkehrsmittel keinen besonderen Bahnunterbau benötigt und durch sein elektrisches Getriebe auch die Umwelt nicht belastet, verbreitete es sich doch nicht so recht, ln Budapest gab es fünfzig Jahre später, im Jahre 1933 die erste Trolleybuslinie, und zwar in Óbuda zwischen der Vörösvári út und dem Friedhof. Diese Linie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und wurde auch nicht wieder aufge­baut. Obwohl das Budapester Hauptstädtische Verkehrsunter­nehmen 1946 mehrere Trolleybuslinien in die Hügel empfahl, erhielt es nicht die Möglichkeit die 45 verlangten Fahrzeuge zu erwerben. Später, im Jahre 1949 begann man dann nach sowjeti­schem Muster - in der Sowjetunion war der Trolleybusverkehr sehr verbreitet, es gab sogar Fernverkehr-Trolleybusse - mit dem Bau von Trolleyoberleitungen in Pest. Die erste Linie wurde zum 70. Geburtstag von Stalin inauguriert. Das war der auch heute noch existierende 70er, der vom Kossuth Lajos tér nach Zugló bis zur Erzsébet királyné útja führt, teilweise entlang der 10er Straßenbahnlinie. Vom leisen Trolley gibt es sogar Lieder: „Auf den Trolley wartet’ ich, leise kam er, flott und licht...“ Nach der ersten wurden neue Linien dann ganz schnell gebaut: vom Kossuth Lajos tér zur Margaretenbrücke, vom Marx (heute Nyugati) tér bis zum Ostbahnhof, und vom Orczy tér in die Innenstadt. Letztere, der 74er nahm den Platz der aufgelassenen Straßenbahn auf der Baross utca ein. Im Dezember 1954 wurde der 75er zwischen Volksgarten und Váci út, 1956 dann der 76er zwischen Jászai Mari tér und Ostbahnhof in Betrieb genommen. Lange Zeit verkehrten aus der Sowjetunion importierte Trolleys, heute sind die meisten schon Ikarus Fabrikat. 1959, bei der Zusammenstellung des zweiten Fünfjahres­plans, kam der Gedanke an Trolleybusfahrten ins Bergland wieder auf, wurde dann jedoch abermals verworfen. Zu dieser 34

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