Várnagy Zoltán: Stadtverkehr - Unser Budapest (Budapest, 1994)
bald beliebte Linie kaufte man weitere neue Autobusse dazu und die Endstation wurde auf den Kígyó (Ferenciek) tér versetzt. Anfang 1917 wurde die Versuchslinie eingestellt, da es weder Benzin noch Ersatzteile gab. Erst 1921 begann man im Sommer dann den Autobusverkehr wieder zu organisieren. Nach langen Debatten kaufte der Stadtrat, sich auf den Benzinmangel berufend, fünf gebrauchte, mit Akkumulatoren betriebene Fahrzeuge aus Wien. Vor das Parlament kam die Frage erst am 15. Juni, einen Tag vor dem Ablauf der Kauffrist, der Kauf wurde dann schließlich doch beschlossen. Die Wagen wurden auf den im Krieg aufgelassenen Linien in Betrieb gesetzt. Im Oktober 1924 startete die erste Autobuslinie über die Kettenbrücke von Pest nach Buda, bis zum Krisztina tér. Der Autobus bewährte sich und 1927 beschloß der Budapester Hauptstädtische Rat den Kauf von weiteren 100 Wagen. Im gleichen Jahr erlaubte man, entgegen früherer Beschlüsse, der privaten Budapester Autobusverkehr AG mit 24 Bussen ebenfalls neue Linien zu eröffnen. Ihre Autobusse waren vom Fabrikat Rába. 1932 kamen sie unter die Leitung des Hauptstädtischen Autobusunternehmens und parallel mit den Elektrischen wurden nun immer mehr Autobuslinien eröffnet. Die erste fuhr zwischen Boráros tér und Lustspieltheater. Die Novelle „Autobus“ von Lajos Nagy stellt die Variante der fünfziger Jahre vor: Der Autobus ist ein so riesiges Schöpfungswerk, daß sogar noch ein kleineres Bauernhaus einginge, wenn er nicht Räder hätte und statt blau weiß gestrichen wäre. Seine Räder sind dick wie Elefantenfüße. Er befördert die Fahrgäste von früh morgens bis spät abends. Die Fahrgäste zwängen sich so hinein, wie Sardinen, so könnte er ruhig statt Autobus Fahrbüchse genannt werden. Im Inneren hängen kleine Tafeln. Die eine zeigt eine Nummer, wie z. B. 156, die andere verkündet ein Verbot wie: Rauchen verboten!, die dritte besagt: 14 Sitzplätze, 17 Stehplätze. Letztere ist naive Phantasie aus einer Zeit, wo keiner eine Ahnung vom Großstadtverkehr hatte. 17 Sitzplätze - verkündet die Aufschrift hartnäckig, die Zahl der Fahrgäste beträgt in einem vollen Bus etwa sechzig, in einem überfüllten sogar hundert, natürlich sitzende und stehende zusammengenommen. Dann brummt man wohl schlechtgelaunt, wie „schrecklich dieser Verkehr" sei. 1937 gab es schon die ersten Autobusse mit Dieselmotoren auf Pester Straßen und der Autobuspark des Hauptstädtischen Autobusunternehmens wuchs von jährlich 187 im Jahre 1943 auf 324. Während des Krieges gab es so einen 30