Gál Éva: Die Margareteninsel - Unser Budapest (Budapest, 2000)
der beliebten Zeitung „Vasárnapi Újság“ (Sonntagszeitung) darauf aufmerksam: „Der einzige Ort, wo der Bewohner der Hauptstadt frische, gesunde Luft ganz in der Nähe atmen könnte, ist die Margareteninsel. Es ist wahr, daß wenige Weltstädte sich eines solchen majestätischen, sozusagen zauberhaßen Ortes rühmen können. Doch ist dieser für die unteren Schichten der Bevölkerung zu elegant und zu teuer. “ 1894 schlug der Schriftsteller Elek Benedek in der Zeitung „Fővárosi Lapok“ (Hauptstädtische Blätter) vor, daß man die Insel dem Erzherzog Joseph abkaufen sollte um somit auch den weniger gutsituierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, hierher zu kommen. Darauf mußte jedoch noch lange gewartet werden. Auf jeden Fall bedeutete im Leben der Insel die Tatsache einen Wendepunkt, daß man von 1900 an auch zu Fuß her gelangen konnte. Bis dahin gab es nämlich keine Verbindung zum Festland, obwohl man 1876 die Margaretenbrücke errichtet hatte - es führte nämlich kein Steg von hier auf die Insel. Dafür mußte zuerst die Ofener (Budaer) Kleine Insel, die sich im Besitz der Stadt Ofen (Buda) befand, in den Besitz des Erzherzogs Joseph gelangen und durch Aufschüttung an die Margareteninsel angeschlossen werden. Dies erfolgte schließlich in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, nachdem die Stadt die Kleine Insel dem Erzherzog geschenkt hatte (Erzherzog Joseph hatte dafür der Stadt eine unbedeutende Geldsumme gespendet, für Wohltätigkeitszwecke). Nun begann man nach einem Vertrag zwischen dem ungarischen Staat und dem Besitzer der Margareteninsel im Sommer 1899 die von der Brücke auf die Insel führende Flügelbrücke zu bauen, was insgesamt 680 Tausend Kronen kostete (davon zahlte der Erzherzog 400 Tausend Kronen). Die damals unternommenen Aufschüt- tungs- und Üferschutz-Arbeiten vergrößerten die Fläche der Insel um mehr als 14 Hektar. Die Flügelbrücke wurde am 20. August 1900 feierlich eröffnet. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts (so berichtet ein 1909 erschienener Prospekt des Heilbads) hatten jährlich 1100-1200 Personen längere Zeit in den Unterkünften der Insel verbracht, die Anzahl der Tagesgäste 30