Gál Éva: Die Margareteninsel - Unser Budapest (Budapest, 2000)

Musiker besuchten die Insel, wie z. B. Mari Jászai, Teréz Csillag, Károly Lotz, der Architekt Emil Tory, der Musik­professor Kornél Ábrányi. In den späteren Jahren gehör­ten zu den Schriftsteller-Stammgästen der Insel Gyula Krúdy, Sándor Bródy, Aurél Kárpáti, Ernő Szép, Ferenc Molnár und Sándor Márai. In den 1880-1890er Jahren verschob sich die soziale Zusammensetzung des Insel-Publikums von der Aristok­ratie und Gentry zum wohlhabenden Bürgertum hin. Dem Bericht einer im Jahre 1885 erschienenen Zeitung nach war früher „die Creme der hauptstädtischen Gesell­schaft, die Vornehmsten jede Woche drei bis vier Mal massenweise auf die Insel gegangen... Gegenwärtig besuchen bürgerliche Familien in größerer Zahl die Mar­gareteninsel. Trotzdem bleibt dies ein distinguierter Ort auch weiterhin. “ Ein anderer Artikel berichtet, daß ge­gen die Expansion der „Leopoldstädter Anhänger Mer­kurs“, der Geldaristokratie, alles Sträuben vergeblich sei. Auch aus dem Ausland kamen zahlreiche Gäste, die vor allem wohl das bekannte Heilwasser hierher lockte - genau wie heute. 1893 schrieb Mór Jókai in der vielbändigen Pracht­ausgabe Die Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild von der Margareteninsel, daß sie der „Zaubergarten Budapests sei, ein Teil vom Paradies. ... Heute ist die Margareteninsel schon der beliebteste Unterhaltungsort des hauptstädtischen Publikums und gleichzeitig eine erfrischende Badeanlage, wohin das Dampfschiff diejenigen, welche sich unterhalten, erho­len oder kurieren wollen, jede halbe Stunde abliefert... Die Insel liegt inmitten der Donau, weitab von jedem Straßenlärm; ihre Luft ist nicht durch Staub verschmutzt, ihre Wohnungen dekorativ und bequem; ihre schattigen Alleen sind breit und sauber; überall die lebensfreudige frisch-grüne Farbe ihrer üppigen Vegetation.“ Viel Schönes und Gutes schrieben die Prospekte und Zeitungsartikel von der Margareteninsel - Manches mu­tet uns heute sogar komisch und übertrieben an. Einige erwähnten jedoch auch, daß dieses „Paradies auf Erden“ für einen Großteil der Bewohner der Hauptstadt nicht zu­gänglich war. 1880 machte der Dichter János Vajda in 29

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