Szatmári Gizella: Das Burgviertel - Unser Budapest (Budapest, 2001)
wurde Diplomat, Heerführer, dann Bán von Szörény und Graf von Temes. Er unterrichtete Johann Hunyadi in der „Kriegskunst“. In Ozora errichtete er eine Kirche, in Lippa ein Spital, in Székesfehérvár eine Kapelle, deren Fresken der berühmte Maler der Renaissance, Masolino da Fanicale schuf. Leider wurden die Fresken sowie die Gebäude im Laufe der Jahrhunderte zerstört. Das Gebäude Nr. 19 war von 1698 an der Sitz des Komitates Pest-Pilis. 1806 gelangte es in den Besitz der Familie Eötvös. Bis 1829 lebten sie hier, nachher bis 1841 im Batthyány-Haus am Dísz tér. Die Erinnerung des József Eötvös bewahrt ein Standbild am Eötvös József tér in Pest (1879, Adolf Huszár). Die Gebäude Úri utca Nr. 18 und Nr. 20 befanden sich einst im Besitz der Familie Széchenyi. 1939 funktionierte hier das Ministerpräsidium. Die Fassade des Hauses Ecke Anna utca (Úri utca Nr. 13) zieren anmutige reliefartige Löwenfiguren mit Wappenschildern. Einstige Wandmalereifragmente des Hauses können im Budapester Historischen Museum betrachtet werden. Im Haus Nr. 6 wurde der Historiker László Szalay (1813-1864) geboren, ein Jugendfreund von József Eötvös. Szalay arbeitete von 1831-1832 in Cseke neben Kölcsey, dem Dichter der ungarischen Hymne, 1838 war er dann schon Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft - der Vorläuferin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. (In seinem vierbändigen zusammenfassenden Werk behandelt er die Geschichte Ungarns ausführlich.) Auch eine naturwissenschaftliche Besonderheit möchten wir erwähnen. Im Inneren des Burgberges erstreckt sich unter dem Gebiet Dísz tér - Úri utca - Tárnok utca - Szentháromság utca - Országház utca ein ausgedehntes Kalktuff-Höhlensystem. In den Höhlen mit Thermalquellen und einer ständigen Temperatur von 16 °C kann auch heute noch die Tropfsteinbildung beobachtet werden. Es heißt, es sollen sich da fast 80 gegrabene Brunnen befinden, die jahrhundertelang die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in der Umgebung sicherten. Im Laufe der Zeit haben die Bürger von Buda das Labyrinth in Besitz genommen, vergrößert, untermauert und 64