Szatmári Gizella: Das Burgviertel - Unser Budapest (Budapest, 2001)

zu Kellern gemacht. Einige Säulen und Gewölbereste aus dem Mittelalter zitieren das 14.-15. Jahrhundert und deuten auf die einstige systematische Nutzung. Auch aus der Türkenzeit sind Gewölbe und gegrabene Brunnen er­halten geblieben. Einige Quellen berichten, daß nach der Belagerung von 1686 - der Rückeroberung Budas von den Türken - die Bevölkerung Ruinen und zahlreiche Tote in die Höhlenkeller trugen, da sie diese nicht abtrans­portieren konnten. Die geologische Erschließung be­gann im Jahre 1931. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Höhlen­system zum Luftschutzkeller umfunktioniert. Hier befand sich auch das Felsenspital. Einige Abschnitte des Höhlensystems können heute - nach ihrer Instandsetzung - besucht werden (Eingang beim Haus Úri utca Nr. 9). An der Ecke des Dísz térs, gegenüber der Konditorei Korona steht inmitten eines kleinen Parks das Reiter­standbild des Sein Schwert betrachtenden Husaren von Zsigmond Kisfaludy Strobl. Das Kleinmodell der Statue entstand 1926 und wurde in der Vervielfältigung der He- render Porzellanfabrik bald sehr beliebt. Die lebensgroße Bronzestatue stellte man einige Jahre später, 1932, mit materieller Hilfe des in Zürich lebenden ungarischen Fab­rikanten Rudolf Serényi auf. 1988 plazierten die Teil­nehmer des internationalen Husarentreffens am Fuß des Standbildes eine Gedenktafel - zum 300. Jubiläum der Gründung des ersten regulären Husarenregiments. Von hier aus führt die Palota út dann hinunter in die Christinenstadt. Unsere Spaziergänge durch das Burgviertel beenden wir nun unter dem Mauerbogen hindurchgehend, der an das einstige Fehérvárer Tor erinnert. An der Nordseite erinnert eine Tafel an die Rückeroberung der Budaer Burg, an den Sieg der Honvédarmee vom 21. Mai 1849. Das 1849 beschädigte Tor wurde bald wieder aufgebaut, doch 1892 wieder abgetragen, um die Festlichkeiten des 25. Jubiläums der Krönung von Franz Joseph i. nicht zu behindern. 65

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