Szatmári Gizella: Das Burgviertel - Unser Budapest (Budapest, 2001)

I Gewichtebehälter (17. Jahrhundert) Balta köz (Hackl Passage). Schon 1425 war er bekannt. Den Namen erhielt er vom Gasthof „Zum Hackl“ (ung. Baltához). Einer Legende nach sollen die Mauern der ro­mantisch engen und dunklen Passage gesehen haben, wie die Soldaten des Ladislaus V. die Hunyadi-Brüder Matthias und Ladislaus gefangen und ihre Anhänger, ihre guten Leute, sich mit Hacken gegen die Angreifer gewehrt hät­ten... Der Hoferker des Hauses Nr. 4 ist ebenfalls gotisch. Durch sein verziertes Torgitter kann man im Inneren den mit Efeu bewachsenen Zierbrunnen erblicken, der für den Künstler Alajos Strobl aus gotischen und Renaissance- Steinfragmenten errichtet wurde. (Strobl war der Schöpfer des Reiterstandbilds Stephan des Heiligen und noch vieler anderer Statuen der Hauptstadt.) Spazieren wir durch den Balta köz, so kommen wir in die Úri utca, auf der wir nun in südlicher Richtung gehen, zum Dísz tér hin. Das Gebäude Úri utca Nr. 19 ist das Geburtshaus des Ministers József Eötvös (1813-1870). Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts zur Zeit König Sigismunds errichtet, sein Besitzer war der aus Florenz stammende Filippo Scolari (auch unter den Namen Pipo von Osora oder Pipo Spano erwähnt). Scolari war einst der Schreiber des Esz- tergomer Erzbischofs Demeter Széchy, wurde vom König „hervorgehoben“ und gelangte 1387 an den Hof. Er 63

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