Gerle János: Die Jahrhundertwerde - Unser Budapest (Budapest, 1993)

Neünte Route (Városmajor, Kissuábhegy) Diese Route läßt sich mit der vorigen leicht verbinden. Ent­lang der Szilágyi Erzsébet fasor erstreckt sich ein Park. An dessen Seite, zur Csaba utca hin, steht die herausragende architektonische Schöpfung der Zwischenkriegszeit, neben der Jézus Szíve (Herz-Jesu) Pfarrkirche das bescheidenere — und mehr romantische - Schwesterchen der bereits bespro­chenen Kirche aus der Városligeti fasor. Auch sie wurde von Aladár Árkay im Jahre 1921 entworfen und in Zusammenar­beit mit seinem Sohn 1932 aufgebaut. Auf der anderen Seite des Parks, in der Városmajor utca 59, findet sich das architek­tonische Parallelstück zur Schule in der Áldás utca (Károly Kós und Dénes Györgyi). Sie entstand - wie die Schule Zru- meczkys oder die von Lajta in der Vas utca - ebenfalls auf die Initiative des Oberbürgermeisters der Hauptstadt, István Bár- czys, im Rahmen des großangelegten Schulbauprogrammes. Es umfaj3te auch Gesundheitseinrichtungen und preiswerte Sozialwohnungen; die Ausarbeitung der Entwürfe gab man bei den besten Architekten der Epoche in Auftrag. Nach kaum acht Jahren hatte sich in der Hauptstadt ein heute noch funktionierendes Netzwerk kommunalen Gesundheits- und Schulwesens herausgebildet. Beim Wohnungsbau wurden die unterschiedlichsten Bedürfnisse weitgehend berücksichtigt: so entstanden das Künstlerviertel in der Százados út, das Werkstattmietshaus für Kleinhandwerker in der Lehel út, die verschiedenen Kleingartensiedlungen sowie mehrere Katego­rien städtischer Mietshäuser. Der Schule in der Városmajor utca schließt sich ein erheb­lich kleinerer Kindergarten an. Leider fehlt der Straßenzaun samt seiner Torbauten. Gleich der Schule gegenüber (Alma utca 1.) steht die Privat­villa von Aladár Árkay. Er entwarf das Wohnviertel der Richter und Staatsanwälte, zu dem wir nun die Alma utca hinaufge­hen. Es wurde zwischen 1910 und 1913 erbaut. Die vierzig in großem Gebiet verstreut liegenden Gebäude sind nach indivi­duellen Plänen gemäß den Ansprüchen der Bauherren ent­standen. Der Gedanke der garden city fand hier eine eigen­tümliche Form für einen separaten Fachkreis mit voneinan­der verschiedenen, aber in den Details einander ähnlichen Villen. Empfohlen sei die Strecke: Alma utca-Bíró utca-Ráth György utca-Csemegi utca-Karap utca. 57

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