Gerle János: Die Jahrhundertwerde - Unser Budapest (Budapest, 1993)

Zehnte Roüte (Kőbánya) Im Zentrum von Kőbánya steht die Szent László Pfarrkirche (Ödön Lechner und Gyula Pártos, 1894-1898). Die Entwurf­version von 1891 zeigt einen mit halbkugelförmiger Kuppel bedeckten Raum zentraler Lage, getragen von Stahlelemen­ten, geprägt durch die byzantinische Baukunst, mit dem Grundriß eines griechischen Kreuzes. An beiden Seiten befin­den sich Bogenkollonaden. Die eine führt zur Taufkapelle, die andere zum Glockenturm. Für die ungarische Architektur bleibt es ein ewiger Verlust, daß sich die Kirche nicht zur Annahme des visionären Plans von Lechner durchringen konnte und ihn lieber zum Entwerfen einer traditionellen Langschiffkirche aufforderte. Sein individueller Stil kam somit in erster Linie in den Verzierungen zur Geltung. Nach dem Abschluß der ersten Etappe der langwierigen Restaurations­arbeiten eröffnet sich uns auch so das Bild eines Gebäudes faszinierender Pompösität. Die Inneneinrichtung, die Kanzel und die Altäre wurden nicht Lechner, sondern dem CJniversi- tätsprofessor Ottó Tander, der am Bau des Parlamentshau­ses mitgewirkt hatte, in Auftrag gegeben. Er verwendete dem Stil und Auffassung Lechners fremde, an die Neogotik und Neorenaissance erinnernde Formen. Trotzdem verdienen die erstaunlichen Maße und Feinheiten der aus Zsolnay-Keramik hergestellten Arbeiten internationale Aufmerksamkeit (derzeit sind sie wegen Innenrestaurationen schwer zugänglich). Die andere architektonische Sehenswürdigkeit des Zen­Katolische Pfarrkirche Szent László (X., Szent László tér) 58

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