Gerle János: Die Jahrhundertwerde - Unser Budapest (Budapest, 1993)

befindet sich aber Jakabs einstige Wohnung. An ihrer Stelle gibt es ein Büro, in dem vom einstigen phantastischen Inte­rieur einiges erhalten geblieben ist. Das Wohnzimmer schmücken die Tafeln des Kasettendaches einer zerstörten Dorfkirche, was die Tiefe der Neigung des Architekten zur Volkskunst erahnen läßt. Wir lassen die Ezredes utca und die Ezredes Treppe hinter uns und biegen rechts in die Fillér utca ein. Von hier aus lohnt sich durch die drei Parallelstraßen zu gehen (Nyúl, Garas, Érmelléki), das Interessanteste ist vielleicht das von Pogány und Tory entworfene Haus in der Nyúl utca 3, dessen Turm in eine Parabolkuppel ausläuft. An der Ecke der Nyúl utca und der Szilágyi Erzsébet fasor stoßen wir auf das „Trompeter­haus“ (Trombitás ház, Emil Bauer und Gyula Guttmann, 1911-1912), das Treppenhaus ist genauso bewunderswert wie aus einiger Entfernung die Vorderseite. Vor dem Haus nehmen wir dann den Bus 56, mit dem wir zu einem weiteren Werk Zrumeczkys, zur Villa in der Hidegkúti út 87, fahren, die für Ferenc Herczeg, den gefeierten Schriftsteller der Epoche, gebaut wurde. Die leicht klassizistische Villa nebenan (Nr. 85), (deren Architekten, Jánszky und Szivessy, zwar zum Kreis um Kos gehörten) ist eher kulturgeschichtlich von Belang. Darin lebte Nizsinszkij, der König der Balettkunst, zusammen mit seiner Frau Romola Pulszky. 56

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