Ferkai András: Moderne Gebäude - Unser Budapest (Budapest, 2009)

wurde vom bebaubaren Grundstück und dem zukünftigen Gewinn bestimmt. (Es soll­ten soviel wie mögliche zum besten Preis vermietbare Wohnungen sein.) Der von der Regulierung erlaubte Straßenflügel von maximum 14 m Tiefe führte zur Entwicklung eines neuen Wohnungsgrudrisses. Zwischen den bisher gewohnten zwei Trakten hatte nun ein dritter Platz: hierher kamen das Badezimmer und die Garderobe, bzw. die Vor­halle. Dem Klang nach erinnert sie an die Halle alter Herrenhäuser und Schlösser, in Wirklichkeit war es jedoch ein fensterloses Zimmer, welches als Durchgang zwi­schen Vorzimmer und Wohnzimmer („Salon") diente. Licht und etwas Luft erhielt es durch letzteres, durch eine Flügeltür mit Glas. Vielleicht gerade deswegen, weil die mehrflügelige Türe an die repräsentative Zimmerflucht der barocken Schlösser erin­nerte (Enfiliade), wurde die Vorhalle in den dreissiger Jahren ausserordentlich populär. Jedermann wollte in eine Wohnung mit Halle ziehen, und zwar sosehr, dass in solchen Wohnungen, wo alle Zimmer mit Fenster entworfen waren, das eine trotzdem Halle genannt werden musste, sonst konnte die Wohnung nicht vermietet werden. ■ Heutige Ansicht des Mietshauses in der Cukor utca ... 36

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