Matits Ferenc: Protestantische Kirchen - Unser Budapest (Budapest, 2003)
geteilten, großformatigen, oben bogenförmigen Fenster sichern die natürliche Beleuchtung des inneren Raumes. Hinter der Kanzel und dem Tisch des Herrn (ebenfalls nach Plänen von Endre Szántay) im südlichen Teil der Kirche, ist im Feld unter dem Fenster in ungarischer und in holländischer Sprache die Aufschrift Jesus Christus ist der Herr zu lesen. Die am Eingang der 286 Sitzplätze umfassenden Kirche angebrachte Tafel gedenkt mit Dank der Spenden zahlreicher Gemeindemitglieder aus Csillaghegy und anderen Teilen des Landes, sowie der holländischen Schwesterkirchen. (Die Brüder aus Holland hatten dank der wiederholten Sammlungen des Johan de Boer mit mehr als 22 Tausend Pengő zum Bau der Kirche beigetragen - was in einer Publikation aus dem Jahr 1936 festgehalten wurde.) Die Einrichtung des liturgischen Raumes wurde sogar im Verhältnis zu den Plänen der Jahre 1931 und 1936 verändert. Die Bänke wurden so angeordnet, daß alle Gläubigen gegenüber der Kanzel sitzen. Auf der Vorderplatte der Kanzel und des Pfarrergestühls sind magyarische Tulpenverzierungen zu sehen. Obwohl 1941 die Kirche vom Bischof Dr. László Ravasz gesegnet war, wurde der Bau des Turmes infolge des Krieges erst 1949 beendet. An der Nordostecke des Gebäudes wurde — statt des in den früheren Entwürfen geplanten zweiten Turmes — die einstöckige Pfarrkanzlei eingerichtet, von wo man auch zum liturgischen Raum gelangen kann. Die reformierte Kirche des Gedenkens VIII. Bezirk, Üllői út 90 Im Ersten Weltkrieg hatte die Kriegsindustrie eine ganze Reihe neuer Kampfmittel — Tanks, Maschinengewehre, Flugzeuge, Torpedos, Granaten, Kanonen mit großer Reichweite sowie Giftgase - entwickelt und serienweise hergestellt. Ihr Einsatz führte zu einer bisher unerhörten Anzahl von Menschenopfern. Die vier Jahre des Krieges brachten den teilnehmenden Nationen, so auch den Ungarn, einen bisher noch nie dagewesenen Verlust. Ihre Liebe zu den Opfern und ihre Achtung brachten die Überlebenden landesweit durch Errichtung von Heldendenkmälern und der Anbringung von Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen zum Ausdruck. Die Reformierten der Beamtensiedlung in der Nähe der Üllői út hielten ihre Gottesdienste nach der Jahrhundertwende in verschiedenen provisorischen Räumlichkeiten. Während des Weltkrieges wurde ihr Betsaal in ein Aushilfslazarett des Roten Kreuzes umfunktioniert, in welchem mehr als 1500 Verwundete behandelt wurden. 1921 beschlossen die Reformierten der Beamtensiedlung ihre Ehrfurcht vor 57