Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)

Richtung führt." Die Synagoge am Bethlen tér ist das letzte sakrale Gebäude Baum­horns. Er starb nach Beendigung des Baus im Sommer 1932. Von den Zwanziger Jahren an zogen immer mehr jüdische Institutionen in das Gebäude. Vor dem Zweiten Weltkrieg unterhielt der Israelitische Frauenverein hier eine Volksküche und einen Kindergarten. Seit 1939 befand sich hier dann das Büro des Ungarischen Israelitischen Patronatsvereins, das die Chevra Kaddischa, die gemeinsame Hilfsorganisation der Pester jüdischen Gemeinde und der ungari­schen zionistischen Bewegung betreute. (Diese Organisation war zur Kompensa­tion der durch die Judengesetze verursachten finanziellen Benachteiligungen ins Leben gerufen worden und wurde durch Spenden finanziert.) Das Gebäude wurde bei der Gettoisierung im Jahre 1944 von den Behörden zum jüdischen Notspital bestimmt. Zu Weihnachten 1944 plünderten es die Pfeilkreizler, sperrten die dort Anwesenden in die Emporen, verschleppten schließlich die meisten und brachten sie um. Nach dem Krieg wurde das zerstörte Gebäude unter der Leitung von Alfréd Hajós in Ordnung gebracht. Heute befindet sich hier neben der Synagoge auch die Gusztáv Bérezi Hochschule für Heilpädagogik. Das Kelenfölder Preisausschreiben und die einstige Synagoge in der Bocskai út Die Synagoge in der Bocskai ut ist die letzte, die in Budapest vor dem Zweiten Welt­krieg gebaut wurde. Die Juden aus Kelenföld-Lägymänyos (damals Sankt Emmerich Stadt) hatten schon zu Beginn der 1910er Jahre den Bau einer großen Synagoge geplant. Beim Preisausschreiben des Jahres 1912 präsentierten die Entwürfe der Gebrüder Löffler und Béla Lajtas monumentale, freistehende Synagogenvarianten. ■ Entwurf von Béta Lajta für die Ausschreibung der Budaer Synagoge, 1912 77

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