Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)

Der Bau der Rombach-Synagoge hinter dem Orczy-Haus begann 1870. Otto Wagner hatte das Gebäude nur in seinen Hauptlinien entworfen, beendet wurde die Arbeit von Bódog Buzzi. Der aus Mähren stammende Bauleiter Mór Kallina (ein erfolgrei­cher Pester Architekt seiner Zeit, er hatte u. a. auch die Andrässy Straße gebaut) nahm ebenfalls an den Arbeiten teil: auf seinen Vorschlag wurde das Eisenkon- struktion-Dach umgearbeitet. Die während des Baus als Kuppel betrachtete basi- likale Konstruktion fand er vom statischen Gesichtspunkt aus als zu gefährlich und erlaubte diese nur mit Konstruktionsänderungen. (Ähnlich, doch nur nach einer Probebelastung, hatte man damals den Bau der Eisenkonstruktion-Kuppel des alten Pariser Hofes im Zentrum der Stadt erlaubt.) Eine Eigenart des Grundrisses des Gebäude ist, daß es aus zwei selbständigen, nicht organisch verbundenen Konstruktionseinheiten besteht. Von der Straße her kann man nur das Wohn-, Gemeinde- und Schulgebäude sehen, welches sich der Reihe der Mietshäuser anpaßt. Daran schließt, durch ein Segment verbunden, der oktogonale Synagogenraum. Von außen her deutet nur das schmale Minarettpaar zu beiden Seiten des aus der Fassadenfläche hervorspringenden Risalits auf die sakrale Funktion des Gebäudes, ln der engen Rumbach utca zeigt sich die orientalisch wirkende Synagogenfassade aus ■ Perspektivischer Stich von Otto Wagner zur Rombach-Synagoge. 1871

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