Boros Géza: Statuenpark - Unser Budapest (Budapest, 2002)
Werk, das berühmte 1919er Plakat von Robert Berény, zur Statue. Die halbe Gestalt des expressionistischen Plakates macht er zu einer ganzen, ins Riesenhafte vergrößerten Figur. Attila Tasnádi sagt darüber: „Die rennende Figur zitiert in der frappanten Einheit von naturalistischer Bewegung, kubistischer Stückhaftigkeit und robuster Kraft mit beeindruckender Expressivität die moralische Kraft der einstigen Massenbewegung, die vehemente Gefühlswelt der Revolution." Die „vehemente Gefühlswelt" des Berény-Plakates wird in der Beschreibung Dezső Kosztolányis real zitiert: der wilde, wahnsinnige Matrose „schüttelte ein Banner mit unglaublichem Elan, ganz mit ihm verschmelzend, und riß seinen knochigen Mund so weit auf, als wollte er die Welt verschlingen”. Von der Ausdruckskraft des Plakates erbte die Statue nicht viel, es blieb jedoch eine Komposition mit einer Hauptansicht, was im Falle einer Rundplastik von fünf Tonnen nicht unbedingt von Vorteil war. Der Anblick des zwischen den Bäumen des Stadtwäldchens hervorrennenden Kolosses war recht grotesk. Es war ein monumentales Kulissenelement, welches das Stadtbild niemals akzeptieren und integrieren konnte. Seit der Beseitigung der Statue funktioniert der Rest des Sockels als spontanes Denkmal: ein Kreuz wurde darauf errichtet, zum Andenken an die abgetragene Kirche Regnum Marianum, die einst hier stand. ■ Sándor Ambrózi-Károly Stöckert: Reliefr der Wächter des Friedend. 1953 (Detail) 45