Boros Géza: Statuenpark - Unser Budapest (Budapest, 2002)
34 . Relief der Wächter des Friedens (Sándor Ambrózi-Károly Stöckert, 1953) Dieses Werk hielt die Fachliteratur bis jetzt für eine Arbeit unaufgeklärten Ursprungs von einem unbekannten Künstler. Die Geschichte der beiden Steinreliefs, welche marschierende Pioniere, einen Grenzsoldaten, eine junge Funkerin und einen Matrosen darstellen, reicht in die Zeit des Baus der Budapester Untergrundbahn zurück. Von den Bauten an der Oberfläche der voluntaristischen Großanlage wurde nur die (nie in Gebrauch genommene) Népstadion-Station verwirklicht. Hier hatten nach dem Vorbild der Moskauer Metro die Erbauer eine großangelegte Zusammenarbeit von Architekten und bildenden Künstlern geplant, um die Station mit thematischen Fresken, Mosaiken, Statuen und Reliefs auszustatten. Die beiden Reliefs stammen von dem Fries Wächter de& Friedend, welcher das Gebäude der Station schmückte. Die 24 Meter lange Relieffolge mit Szenen aus dem Leben der Ungarischen Volksarmee schmückte den Architrav, der um die Kuppel herumlief. Die klassizisierende Darstellung propagierte die Bedeutung der Armee, die den Frieden des Landes bewachte, die unbeschwerte Entwicklung der Kinder vor dem äußeren Feind schützte. Die Vorbereitung der Jugend, des Nachwuchses für die Verteidigung des Vaterlandes, bemühte man sich auch anhand solcher Darstellungen mit erzieherischem Zweck zu erreichen. Nachdem das Gebäude (im Stil des sozialistischen Realismus gebaut) Anfang der sechziger Jahre abgetragen wurde, teilte man die Relief- Serie in Einzelteile, die man an verschiedene Armeeanlagen lieferte. Die vorliegenden beiden Stücke gelangten in eine Budaer Kasérne, von wo die Armee sie dann ■ Viktor Kalló: Gedenkstätte der Helden der Volksmacht. 1983