Boros Géza: Statuenpark - Unser Budapest (Budapest, 2002)

■ litván Kin: Denkmal der Räterepublik, 1969 33 . Denkmal der Räterepublik (István Kiss, 1969) Die Aufstellung eines zentralen Denkmals des ersten ungarischen Arbeiter­staates, der Räterepublik von 1919, war schon vor der Revolution von 1956 auf der Tagesordnung. Bei der großangelegten Ausschreibung von 1957 gewann István Kiss den Auftrag. Die Ausführung zog sich bis 1969 hin: das Denkmal wurde schließlich zum 50. Jahrestag der Ausrufung der Räterepublik eingeweiht. Ziel seiner Errichtung war, damit ein ständiges Kulissenelement als Pendant zur Lenin-Statue von 1965 am Felvonulási tér im Stadtwäldchen zu erhalten, wo die politischen Massenveranstaltungen stattfanden. Lenin blickte von seinem Sockel auf das Symbol der zweiten siegreichen proletarischen Revolution. Die acht Meter hohe Bronzefigur erhob sich auf einem spiralenförmig emporstre­benden Sockel. Ihre Maße waren, so wie auch diejenige der Lenin-Statue, den Gebäudeproportionen des am Ort der Ehrentribüne geplanten Nationalthea­ters angeglichen. Der Entwerfer des Theaters war Miklós Hofer, derselbe, der auch das Denkmal geplant hatte. Am Ort der Statue stand früher die Kirche Regnum Marianum, die in den zwanziger Jahren eben zur Erinnerung an die Niederwerfung der Räterepublik errichtet worden war. Sie wurde zur Zeit des, Räkosi-Systems abgetragen, um den Umzugsplatz anzulegen, wo die Massen­kundgebungen stattfinden sollten. Das Ziel der Ausschreibung sowohl bei der Lenin-Statue als auch beim Denkmal der Räterepublik war 1957 eindeutig „die Erschaffung von Werken, welche auf die Massen wirken wollten und konnten" (Nóra Aradi). István Kiss wollte nichts riskieren er formte ein emblematisches

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