Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)

des Denkmalschutzes in Ungarn. Das Interesse an der Architektur hatte die an­tike Sammlung des Eperjeser Rechtsanwaltes Gábor Fejérváry in ihm erweckt. Ferenc Pulszky, der Zeitgenosse und Studiengenosse Flenszlmanns im Eper­jeser Kollegium, der „vertraute Freund" (Fejérváry war übrigens sein Onkel), der spätere Direktor des Nationalmuseums, erinnerte sich daran, daß im Kollegium, außer Lehrer Greguss niemand Ungarisch sprach, ja daß sogar Flenszlmann sich hier die Sprache aneignete, in welcher er später so viel publizierte. Einige Jahre nach dem er sein Diplom erhalten hatte, wurde er 1841, im Alter von nur 28 Jahren, zum korrespondierenden Akademiemitglied, und zwar Dank seiner Arbeit Vergleich zwischen den antiken und neuzeitlichen künstle­rischen Andichten und Lehren, mit besonderer Rücksicht aut) die künstle­rische Entwicklung in Ungarn. Von ebensolcher Bedeutung war die 1846 her­ausgegebene Studie Über die Kirchen im altdeutschen Stil der Stadt Kaschau. in welcher er sozusagen den „spitzbögigen Stil", d ,h. die Gotik „entdeckte". Den Großteil seiner Arbeit stellten die Vermessung und Analyse der wichtigen hei­mischen Kunstdenkmäler (in Kaschau, Zsámbék, Pannonhalma, das Pauliner- kloster in Budaszentlörinc usw.) dar, und die daraus erfolgenden, bestimmten Schlußfolgerungen, vor allem bezüglich der goldenen Epoche der Architektur. In seiner Autobiographie schrieb er: „...der Flauptfehler der modernen Archi­tektur ist, daß sie jene Proportionen verloren hat, welche wir an den alten Bauten so bewundern”. 1848 nahm er gemeinsam mit Pál Szontág, an der Seite von Minister Pál Esterházy und Staatssekretär Ferenc Pulszky, Konzipient- und Pressesekre­tär-Aufgaben in Wien wahr - deshalb wurde er später zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Jahren des Exils in London und Paris kehrte er i860 nach Ungarn zurück. Während seiner Jahre im Ausland erwarb er eine schöne Bilder- und Graphik-Sammlung. (Diese schenkte er später dem Kaschauer Museum.) Mit glücklicher Fland kaufte er Dürerzeichnungen und — einigen Quellen zufolge - beantragte er, in Pest eine Straße nach dem großen Meister der Renaissance zu benennen, dessen Familie aus Ungarn stammte. Er beschäftigte sich auch mit belletristischer und allgemeiner Literaturkri­tik, schrieb und redigierte die Vierteljahresschrijjt von und ftür Ungarn, gemeinsam mit Ferenc Toldy und János Erdélyi gab er die von Erdélyi redigier­te Zeitschrift Magyar Szépirodalmi Szemle heraus. 40

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