Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)
1857 schrieb er zu Ehren des Besuches von Franz Joseph und Elisabeth in Ungarn die Oper in drei Aufzügen Crz&ébet. Das Textbuch zu Ban Bánk schrieb Béni Egressy. Das berühmte Weinlied des Petur Ban war schon 1844 nach dem Gedicht von Vörösmarty entstanden. Liszt hielt das Werk, in welchem Erkel die ungarische Musik zu europäischem Rang erhob, für besonders bedeutend. Die Zusammenarbeit der beiden stammte noch von früher und war recht eng. 1856 dirigierte Erkel die Esztergomer (Graner) Messe Franz Liszts und als Direktor und Klavierlehrer der 1875 eröffneten Musikakademie war er die „rechte Hand" Liszts. Seine bekannten Schüler - Károly Aggházy, István Thomán und andere - veranstalteten oft „Musikmatineen". Außerdem schrieb er 1862 die Oper Sarolta, 1867 György Dózia, 1874 dann die Oper György Brankovicó. Die Oper König Stephan wurde bis zur Eröffnung des Opernhauses jedoch nicht mehr fertig und so erfolgte ihre Uraufführung ein Jahr später, im Jahre 1885. Erkel erlebte es noch, daß ihm eine Statue am Haupteingang der Oper aufgestellt wurde - auf die andere Seite kam Liszt. Das Werk des Bildhauers Alajos Strobl stellt den alternden, durch Sorgen ermüdeten Meister dar, in ungarischer Adelstracht, etwas nach vorne gelehnt, sozusagen den Vorbeigehenden entgegengebeugt. Vier Jahre nach seinem Tod erhielt die Három pipa utca in der Franzstadt den Namen des Komponisten. Die Gedenktafel, welche sich am Haus Nr. 17 in der Üllői üt an der Ecke zur Erkel utca hin befindet (IX. Bezirk), ist eine Arbeit von Jelena Veszely. Der Vater des Denkmalschutzes in der Nachbarschaft des Hotels Hilton, gegenüber der Seitenfassade der einstigen Gasthofes „Zum roten Igel", befindet sich an einem Eckhaus in Augenhöhe ein eingerahmtes Mänperportrait. Das Portrait hatte das Landesamt für Denkmalschutz zu Ehren seines Begründers 1972, anlässlich des Zentenari- ums der Gründung des Provisorischen Amtes der Ungarischen Denkmäler eingeweiht. Das Bildnis, welches sich am einstigen Haus des Budaer Stadtrichters an der Front zur Ibolya utca hin befindet, stellt den Archeologen, Kunsthistoriker und Bauhistoriker Imre Henszlmann dar und ist ein Werk der Bildhauerin Erzsébet Schaár. Henszlmann war eigentlich Doktor der Medizin, hatte in Pest, Wien und Italien studiert, in Padua promoviert, wir ehren ihn jedoch als den Begründer 39