Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)
Tormotiv wurde. Zur endgültigen Ausarbeitung der Entwürfe bildeten die Planer zwei Brigaden: Die Alkotás (Werk) Brigade machte die Dokumentation in 119 statt in 350 Tagen, die Béke (Frieden) Brigade in 65 statt in 195,5 (!) Tagen. Der zweite Abschnitt der Wohnsiedlung in der Béke út (László Tarján, Buváti, 1953), welcher mit 250 Wohnungen hinter den oben erwähnten 3 Häusern gebaut wurde, war schon ein Ensemble im echten „sozialistisch-realistischen" Stil. Die dreistöckigen Hochdach-Häuser bilden einen lockeren Rahmen. Die Öde der mit stachanowistischen Methoden gemauerten Ziegelgebäude wird durch einige Dekorationselemente, Öffnungsrahmen aus Kunststein, Gipsgesimse und Tympana gelockert, ln ähnlich archaisierendem Geist plante man 1953 auch die Bebauung des langezogenen Streifens zwischen der Fiastyúk utca und dem Krebsbach (Rákospatak) (Stadtplan: Árpád Mester und Ádám Krivátsy, Buváti), wo man in drei Abschnitten 2300 Wohnungen bauen wollte. Die als Wohnsiedlung in der Fiastyúk (dann Ernst Thälmann) utca bekannte Siedlung wurde, außer der Front zum Bach hin, in den Jahren 1954-57 verwirklicht. Ihre beiden äußeren Blocks sind geschlossener, die dreistöckige, rahmenartige Bebauung trennen von der Béke út her ein U-förmiger Kaufhof, von der Göncöl utca her eine zu einem Atelierhaus (Béla Hegedűs) führende Achse, sowie eine sich zu einem Platz erweiternde Gasse. Im Inneren des Blocks stehen inmitten eines Parks die Gebäude der Kinderkrippe und des Kindergartens, die Schulen hingegen kamen an den Rand des lockeren Mittelblocks, ln den ersten zwei Perioden wurden vor allem Zweizimmerwohnungen mit Bad gebaut, nach 1955 stieg die Zahl der kleineren Wohnungen und vor allem diejenige der sogenannten „Cs"-Wohnungen (mit reduziertem Anspruchsniveau), die statt Badezimmer nur über eine Waschnische verfügten. Die sozialistisch-realistische Strenge flaute 1954-55 ab. die Revolution von 1956 ■ endgültiger Bebauungsplan der Wohn&iedlung in der Fiastyúk utca 50