Faurest, Kristin: Zehn Budapester Plätze - Unser Budapest (Budapest, 2010)

Ein aufgebrachter Zeitungsartikel aus den i93oern beschreibt, wie sich eine Organisation von Gebrauchtwarenhändlern am Teleki zusammengetan hatten, um wandernde Händler ohne Lizenz — d. h. die Billig- und Gebrauchtwaren- Hausierer — vom Markt zu verbannen. Dies wurde zum großen Problem für die Ärmsten unter den Armen - sowohl Käufer als auch Verkäufer - da keiner von Ihnen eine andere Möglichkeit des Geldmachens hatte und auch keinen Zugang zu anerkannten Lizenzen. Bisher konnten die Armen billig Gebrauchtwaren frei und ohne Lizenz erwerben. Seit dem Verbot wurden diejenigen, die es wagten zu verkaufen, bestraft (durch Arrest oder einer Strafe von 4 Pengő - das Äquivalent des damaligen Wocheneinkommens einer Familie). Der Artikel meinte, dass die Vorschriften eigentlich das Gegenteil bewirkten, da die Abnahme des Verkehrs für die Gebrauchtwarenhändler mit Gewerbeschein zum Nachteil wurde. „Dies ist richtige Aufwiegelung. Dieses erregt die Verbitterung der Armen und Elenden. Solch unbedachte Verordnungen und solch unerbittliche und grobe Durchführung, diese Verhaftungen und diese 4-Pengö-Strafen, mit denen diese Armen bestraft werden." In den i93oern berichteten Zeitungsartikel über die steigenden Preise der Marktwaren - z. B. 60 Filler für 1 kg Pfirsiche — und manche Händler hatten gar keine Preise ausgeschrieben! Die Kunden waren aufgebracht, die Händler wieder ■ Der Markt am Teleki tér. 1946 50

Next

/
Thumbnails
Contents