Szablyár Péter: Turmhoch - Unser Budapest (Budapest, 2007)
grenzen zusammen, ihr Kunstwert überschreitet diese jedoch." Der Umbau der Kirche stand stets im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, und es gab hitzige Debatten unter den Architekten. Henszlmann missbilligte den Turmentwurf Schu- leks, nannte ihn einen "formlosen, dünnen Aufsatz”. Er hätte lieber einen pyramidenförmigen, gedrungenen Zwillingsturm gebaut. Der radikale Vorschlag Schuleks, fast ein Neubau, verunsicherte den Denkmalausschuss, der deshalb Friedrich Schmidt, den Architekten des Wiener Rathauses mit der Erarbeitung des Gutachtens beauftragte. Schmidt war für eine flexible Rekonstruktionsdurchführung mit einem 13. Jahrhundert-Gesicht, behandelte aber den Umbau des Turms, seiner Bedeutung im Stadtbild wegen, separat: "Der beherrschenden Lage des Turms wegen muß auch darauf geachtet werden, daß man ihm einen bestimmten und von Weitem erkennbaren Umriss gibt; zum Erreichen dieses Ziels ist das wirkungsvollste Mittel, wenn der Turm mit einer riesigen durchgliederten und eventuell mit Fialen versehenen Empore schließt." Den Gedanken einen zweiten Turm zu bauen verwarf er entschieden. ■ Der Matthias-Turm